Beiträge von Kibo

    Bei Juma, egal ob Blue Snake oder Golden Dragon etc., würde ich eine glatte Griffoberfläche wählen weil die Griffschalen verschiedene Farbtöne und ein Muster haben. Einfärbige Juma, ohne Muster, wären für Strukturen schon interessanter. Bei pollierter Klinge würde ich ein dunkles Holz mit dezenter Maserung bevorzugen, da könnte man auch schöne Strukturen einbringen.

    Ich würde mal zu einem Chris Reeve Professional Soldier raten. Das Messer kostet um die zweihundert Euro, was denn Griff angeht, da kommt es auf deine Handgröße an. Wenn du ein Messer mit guten Stecheigenschaften willst, dann kommst du an taktischen Messern nicht vorbei, das ist nun mal so. Man könnte natürlich auch die Beschichtung vom Messer entfernen, das Messer pollieren oder satinieren, dann schaut es schon mal anders aus. Das Messer hat keine Griffschalen, ich habe ein ähnliches Messer, das Pohl Force Charlie One, und ich sage dir, das kann ganz schön praktisch sein, einfach mit Paracord wickeln, wenn dir die Farbe am Griff nicht mehr gefällt, Paracord in alter Farbe runter und mit neuer Farbe oder Muster wieder rauf. Natürlich kann man sich dafür auch Griffschalen machen lassen, was ich aber sinnlos finde, wenn du das Messer eine Zeit lang benutzt hast, wirst du verstehen wieso.


    Was den Stahl angeht, bei mir hat sich der D2 Stahl am schnitthaltigsten erwiesen, ich habe auch ein Messer in S 30 V, trotzdem würde ich D2 den Vorzug geben. So schnell rostet er nicht, benötigt eben etwas Pflege, wenn man Lebensmittel schneidet dann passiert es schon daß sich kleine Flecken bilden, das ist aber nur eine Patina, kann man meistens wieder runterwaschen, wenn es hart wird, dann Schrubben. Ist ja ein Arbeitsmesser und muss nicht geschont werden.


    Ein guter Rat von mir, manchmal muss man auch Kompromisse machen und trotzdem glücklich und zufrieden damit leben. ;)

    Nice Dice der Dolch ist super gelungen. :thumbup:


    @ Totwart


    Warum dann D2 Stahl favorisieren wenn sich z. B. 440 B oder 440 C ganz gut eignen, wobei 440 A für einen klassischen Dolch, von den rostträgen Stählen her, wahrscheinlich die beste Wahl wäre. Dolche sind nicht dafür ausgelegt um viel zu schneiden, mit denen macht man etwas anderes. Gut, es gibt welche die sollen sogar alltaugstauglich sein aber die beste Lösung für den normalen Alttag sind sie sicher nicht.


    PS Der 154 CM Stahl ist nichts anderes als die US Bezeichnung für ATS 34 und 154 CPM ist nichts anderes als RWL 34 und das ist wieder pulvermetallurgischer ATS 34. ;)

    Also, D2 ist mal gar nicht flexibel, da wäre z. B. 440 B viel besser geeignet, wenn es denn unbedingt rostträge sein muss. Sonst würde ich auf einfachen Federstahl setzen. Mit 440 C/N695 Böhler machst du auch nichts verkehrt. Bei einem Dolch geht es viel weniger um die Schnitthaltigkeit als um die Schockressistenz bzw. Elastizität. Aaaber was die Schnitthaltigkeit angeht hat ein Dolch einen riesengroßen Vorteil gegenüber einschneidigen Messern, zwei Schneiden sind nun mal zwei Schneiden. ;)

    Nice Dice in Österreich darf man Dolche tragen wenn man 18 Jahre alt ist und kein Waffenverbot vorliegt. Trotzdem habe ich nicht den Bedarf so ein Ding mit mir zu tragen, es ist natürlich auch Einstellungssache. Ich habe absolut gar nichts gegen Dolche, habe selber welche zu Hause, es gibt Modelle, die wirklich faszinieren, nur wirkich praktisch für den normalen Alltag finde ich sie irgendwie nicht. Das hängt gar nicht damit zusammen weil sie zweischneidig sind, es geht eher um die Klingengeometrie, sie erlaubt keinen hohen Flachschliff, der wirklich sehr praktisch ist. Sonst habe ich wirklich kein Problem mit den Dingern, ich möchte aber auch sagen daß Dolche Waffen sind, das ist nun mal ihre Bestimmung, was man daraus machen kann ist wieder eine andere Sache und es heißt nicht automatisch daß sie gerade deswegen gar nicht praktisch wären, meine Meinung ist nur daß es für den Alltag bessere Alternativen gibt. Wie gesagt, mir geht es um die Klingengeometrie.


    Aber warum wollen wir den Dolch nicht als das betrachten was er wirklich ist? Er ist eine Waffe und es ist nun mal so daß Waffen auch faszinieren können. Sie geben uns Schutz in gefährlichen Situationen, das Recht zur Notwehr haben wir ja alle und das ist nicht umsonst so. Warum sollen wir also einen Dolch alltagstauglich machen obwohl dabei einige Eigenschaften, die er als Waffe hat und braucht, verloren gehen? Das ist eben meine Überlegung bei der ganzen Sache. Ich meine wenn schon, dann richtig. ;) Obwohl, jedes Messer daß man im Kampf richtig einsetzt ist eine sehr große Gefahr für den Gegner, da geht es nicht um Länge oder einschneidig - zweischneidig, nein, für einen Messerkampf zählt viel mehr das Wissen und das Training des Kämpfers. Längere Messer ermöglichen es eben, wenn man weiß wie und wo, einen größeren Schaden am Gegner anzurichten, die Klingengeometrie ist natürlich auch sehr wichtig, aber im Prinzip gibt die Länge hier einen Vorteill.


    Ob das für Nice Dice, der einen sehr schönen Dolch entworfen hat, wichtig ist oder nicht, das muss er selbst entscheiden. :) Und er muss auch entscheiden ob es sich hier um ein Boot Knife handelt oder ob er es als klassischen Dolch nutzen will, wie und wo er ihn einsetzen will, das ist seine Sache.

    @ Micha M.


    Was die Klingenlänge eines Dolches angeht, naja, da ist die Länge ob 12 oder 15 cm gar nicht so entscheidend. Ich habe das Eickhorn GTK spaßhalber mal mitgeführt, im Sommer und zwar IWB, nur mit T-Shirt und Hose. Die Klingenlänge beträgt hier ca. 16 cm, ich hatte kein Problem das Messer in einer Kydexscheide versteckt im Innenbund der Hose mit einem IWB Loop verdeckt zu tragen. Es geht da gar nicht so um die Klingenlänge, es geht viel mehr um die Größe und die Form des Griffes und um das Gewicht. Natürlich lässt sich ein kleineres Messer leichter verstauen und es bietet mehrere Möglichkeiten es verdeckt zu tragen, aber wie gesagt, der Griff ist hier genauso entscheidend. Ein kleiner schmaler Griff ist wichtiger als die Klingenlänge, solange sie in einem gewissen Rahmen bleibt. Eine Kydexscheide ist hier ebenfalls von Vorteil, weil schmal, trägt nicht auf. Hat sicher auch etwas mit der Statur zu tun. :D Mit meiner auf jeden Fall. :D


    PS Es gibt auch ganz gute Lösungen mit Schulterholstern, aber ich mag die nicht unbedingt.


    PPS Ich trage oft mein Spyderco Manix 2 oder das Pohl Force Charlie One mit mir weil sie wirklich praktisch sind, für einen versteckten Dolch habe ich als Zivilist keinen Bedarf, aber das ist nur meine persönliche Einstellung. Jeder so wie er will.


    PPPS Falls es mal dazu kommt, daß ich den Bedarf habe einen Dolch, egal ob versteckt oder nicht, mit mir zu führen, dann ist die Kacke am Dampfen. :D

    Micha, du wirst lachen, aber ich lasse mir gerade ein Kwaiken machen, aus San Mai Stahllaminat und es soll schon ein EDC abgaben. Die Form und die Materialien bleiben trotzdem sehr traditionell, einzige Modifikation ist ein kleiner Handschutz. Ich habe auch nie gesagt, daß diese Messer nicht für den Alltag taugen aber ein Tanto mit einer 30 cm langen Klinge wäre wohl nicht unbedingt alltagstauglich und ihrem Ursprung nach, sind es Waffen. Der springende Punkt ist aber die Ableitung der traditionellen Formen oder eher die Abweichung dieser Formen im Vergleich zu tradionellen japanischen Klingen. Man kann durch Modifikation einiges erreichen und trotzdem kann man den Ursprung erkennen, das was aber die Industrie als Tanto, meistens American Tanto, abliefert hat mit der ursprünglichen Form nichts gemeinsam.


    Es gibt natürlich auch sehr schöne Hybride von Don Fogg oder Jesus Hernandez, wo zwei vollkommen verschiedene Formen gekreuzt werden, z. B. Tanto und Bowie oder auch andere. Eigentlich ist das ein Bruch mit der Tradition aber trotzdem, wenn man sich die Messer ansieht, sieht man sofort das Traditionelle an ihnen z. B. eine Bowie Klinge mit einem Tanto Handschutz und Griff. Um so etwas zu machen muss man schon sehr viel Geschmack haben und sehr viel über Messer wissen, aber auch das geht. Wenn ich mir aber das ansehe was die Industrie hauptsächlich als Tanto oder Kwaiken verkauft, da gebe ich lieber keinen Kommentar ab.


    PS Die Kwaiken Form von Burnley ist eine modifizierte Osoraku Zukuri Form, die Kwaikens von Williams genauso. Hayes hat eher traditionelle Tantos, darunter aber auch einige die zwar modifiziert sind aber trotzdem eine klare traditionelle Form haben.

    Es kommt darauf an aus welchem Grund jemand Messer sammelt. Ich sehe meine Messer nicht als Wertanlage, ich sammle sie weil sie mir einfach gefallen. Natürlich geht es immer in eine bestimmte Richtung aber ich kaufe kein Messer nur weil auf diesem ein bestimmter Namer drauf steht. Darum bin ich ja zu den Customs abgewandert, weil ich mir ein Messer machen lasse, so wie es mir gefällt. Ob das ein Ende hat, ja, natürlich hat es ein Ende, ich hoffe nur daß es nicht so schnell kommt. Es gibt so viele Messer die ich gerne hätte aber so viele kann ich mir einfach nicht leisten. Aber auch dann könnte das Sammeln immer weiter gehen. Es kommt eben immer etwas neues dazu. :)

    Nice Dice du darfst nicht vergessen daß es sich bei einem Kwaiken oder einem Tanto um Waffen handelt die sowohl auf dem Schlachtfeld als auch in Friedenszeiten von den Samurai geführt wurden. Das American Tanto hat mit diesen traditionellen japanischen Messern und Schwertern nichts gemeinsam. Es findet sich sicher das eine oder andere Designelement wieder aber vom Aufbau her, von der Klingenform hat es mit diesen traditionellen japanischen Waffen nichts gemeinsam. Ich würde sagen, das American Tanto ist ein Versuch, ein Tanto oder einen Kwaiken, beide sind Waffen, in Werkzeuge zu verwandeln. Bei diesem Versuch haben die Amis die Klingenformen, ich würde sagen, verformt, die Tantos, eigentlich Kurzschwerter, wurden viel kürzer, sie wurden oder werden als Full Tang gebaut, das gibt es bei den traditionellen Japanern gar nicht.


    Das, was uns heute als modernes Kwaiken z. B. verkauft wird ist eigentlich eine kurze Osoraku Zukuri Klinge, natürlich hat man da auch einiges geändert, die Klinge wird in Folder reingesteckt etc. Das hat mit einem Kwaiken, genauso wie mit einem Tanto, nichts mehr zu tun. Man könnte vielleicht sagen daß diese traditionellen Waffen eine Inspiration waren, oder sind, aber das ist dann auch schon alles.


    Auf dem Youtube Video ist ein traditionelles Kwaiken zu sehen, dieses wurde aber nicht von einem Japaner gefertigt, sondern von einem amerikanischen Schmied Ben Tendick. Er hat auch ganz interessante Modelle von japanischen Messern die er auf eine moderne Art interpretiert, das ist aber kein Kommerz. Ich weiß nicht ob ich ein Link zu seiner Seite einfügen soll wenn gewünscht, kein Problem, es sind dort wunderschöne Messer zu sehen.

    Der Dolch schaut ja ganz gut aus, ich würde die Hohlkehle entweder, etwas weiter weg von der Spitze, verkürzen oder beim Flachschliff ganz weglassen.


    Was den Kaiken angeht, das ist eigentlich ein kleiner Dolch, nur eben einseitig geschliffen. Im Vergleich zum Tanto hat er weder eine Tsuba (Handschutz) noch einen Habaki (Habaki kommt gleich nach dem Handschutz auf die Klinge) und die Klinge ist unter einem halben Shaku lang, das sind ca. 155 mm. Kaikens oder Kwaikens wurden von den Samurai oft versteckt in der Kleidung getragen, weil sie kleiner als ein Tanto oder Wakizashi waren. Das traditionelle Tanto ist übrigens ein Kurzschwert, auch in der Übersetzung. Die meisten Tantoklingen waren so um einen Shaku lang (ca. 30 cm), also deutlich länger als Kaikens, die man nur als einschneidiger Dolch bezeichnen kann, alles über einen Shaku ist dann schon ein Wakizashi, oder noch länger, ein Katana. Diese American Tantos haben mit den traditionellen Tantoformen nicht viel gemeinsam, nicht nur wegen Klingenform sondern auch vom ganzen Aufbau her.


    Hier mal so ein klassischer Shobu Zukuri Kaiken https://www.youtube.com/watch?v=Ibu_VIyuB4A


    Also, wenn du den mal machst hast du schon einen sicheren Käufer. :)


    Hier ist ein traditionelles Shobu Zukuri Tanto


    PS Hier hast du mal was von den traditionellen japanischen Klingenformen, sonst verstehst du ja immer nur Zukuri :D https://de.wikipedia.org/wiki/Tsukurikomi


    PPS Im Gegensatz zum Samurai durften japanische Frauen Seppuku nur mit dem Kwaiken begehen, das Tanto war ausschließlich für den Samurai bestimmt.

    Faszination Messer, wie kann man das jemandem erklären? Im Prinzip ist es so, entweder finde ich das Messer geil, dann wird gekauft oder geschmiedet oder ich finde es nicht geil, dann wird es nicht gekauft und auch nicht geschmiedet. Der Preis spielt schon eine Rolle, die Qualität muss neben dem geilen Aussehen auch stimmen. Die eigene Geldbörse bestimmt natürlich welche und wieviele Messer gekauft werden oder nicht. Gute Messer sind nicht billig. Ich habe kein Messer aus China, meine Messer werden prinzipell für den Gebrauch gefertigt oder fertig gekauft und nicht für die Vitrine. Ich erwarte schon daß das Messer seinen Preis im Gebrauch gerecht wird.