Da ich in diesem Forum eine stark ablehnende Haltung, was manche Technologien angeht, meine beobachten zu können, mal ein paar Gegenpunkte (die nicht unbedingt den konkreten Fall hier, aber das Thema im großen und ganzen betreffen):
- Das US Außenministerium ist weltweiter Vorreiter, wenn es darum geht, neue Medien und Technologien als außenpolitisches Instrument zu nutzen (dabei geht es nicht darum, dass der Secretary of State jetzt twittern kann, wenn er aufm Klo sitzt... ). Gaaaanz langsam fangen andere Staaten, zB GB an, nachzuziehen.
- Dieser Wandel hin zu "21st Century Statecraft" und e-Diplomacy wurde schon angestoßen, als noch Colin Powell im State Department saß
- Unter der Obama Administration, also Frau Clinton, wurde im State Department ein Posten geschaffen für einen Senior Advisor for Technology and Innovation
- Dieser Mann, Alec Ross (der erst vor kurzem, quasi gemeinsam mit Clinton, sein Amt wieder beendet hat) ist zu einem Sprachrohr für diese Entwicklung geworden, der Ductus wurde allerdings auch von Clinton und Obama selber übernommen. Die Kernbotschaft ist folgende (ich paraphrasiere): Die Box der Pandora ist geöffnet, die Technologien sind da. Die Technologien bergen Nachteile, Fehlerpotenziale etc. - aber niemand kann ändern, dass sie da sind und sich rasant verbreiten. Auch Staaten nicht! Daher ist es besser, wenn auch Staaten frühzeitig beginnen, durch learning by doing, diese Technologien in ihr staatliches Handeln einzubinden. Realitätsverweigerung ist keine Option, wenn man vorn mitmischen will.
Und das lässt sich so auch auf die militärische oder sonstwie sicherheitsbezogene Nutzung solcher Technologien übertragen. Wird das jetzt alles die super Endlösung (bitte nicht über diesen Begriff aufregen, sondern den Kontext beachten, danke) und absolut problemlos und fehlerfrei laufen? Nö. Werden die Soldaten, die nun zu allem Überfluss iwelche dussligen Phones mitnehmen und benutzen sollen meckern und fluchen? Klar, sonst wären sie keine Soldaten ![]()
Der Punkt ist, dass die Amis verdammt schlau sind. Während andere solche Entwicklungen ignorieren (außer zB Insurgents, die doch auch haufenweise Technologien dieser Art nutzen), oder im besten Falle von der Seitenlinie aus debattieren, gehen sie in medias res. Es wird sicher erstmal suboptimal, aber wenn das amerikanische Militär mittlerweile eins drauf hat wie sonst niemand, dann lessons learned. Bis andere Staaten nachziehen, haben die schon wieder mehr Negativpunkte als unzweckmäßig gestrichen, als andere überhaupt schon Praxiserfahrungen gemacht haben.
Insofern absolut begrüßenswert aus meiner Sicht. "Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen..."

