Eule , dir hätte als Profi doch auf den ersten Blick auffallen sollen, dass das Verhältnis aus Oberfadenspannung und Unterfadenspannung nicht stimmig ist. Da offenkundig sichtbar ist, dass die Oberfadenspannung zu niedrig ist und der Unterfaden trotzdem nach oben durchgezogen wird, ist die einzig richtige Konsequenz das Erhöhen der Unterfadenspannung, wie es derLichtschalter ja schon erkannt hat. Nur so wird sich die Verschlingung Richtung Materialmitte bewegen.
Ich werde das Gefühl nicht los, das du grundsätzlich der Auffassung bist, niemand außer dir könne eine Nähmaschine richtig bedienen. Nähen ist bei weitem kein Hexenwerk. Du schaffst es grundsätzlich, aus jedem sachlich geführten Nähthread eine Grundsatzdebatte zu machen. Das ist weder für den Macher noch andere Mitleser sinnvoll.
Wer meinen Post aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, das ich auf kleine Verstellinkremente hingewiesen habe. Wer daraufhin die Schraube überdreht (wozu es doch einiges an Gewalt braucht), wird in seinem Leben vor weitaus größeren Problemen stehen.
Wer mit etwas Augenmaß an die Sache geht, wird sehr schnell das Zusammenspiel der Fadenspannungen erkennen und entsprechend handeln. Um diese Erkenntnisse zu fördern mein Post mit dem verlinkten Dokument.
Haushaltsnähmaschinen sind in der Regel nicht zum Vernähen von Cordura gedacht. Mit einigen kleinen Modifikationen lassen sich aber auch damit hervorragende Ergebnisse erzielen. Eine gängige Maßnahme ist eben das Erhöhen der werksmäßig (für Cordura) zu niedrigen Unterfadenspannung.
Um das Thema wieder zu konstruktiver Kritik zu lenken: derLichtschalter, mir ist aufgefallen, das du eine Klettecke eingeknickt und schief vernäht hast. Wie drehst du dein Werkstück bei Änderung der Nährichtung? Es ist sinnvoll, die Nadel in die tiefste Stellung zu bringen, den Nähfuß anzuheben und dann das Teil zu drehen. Hier sieht es aus, als hättest du unter dem abgesenkten Nähfuß gedreht und dadurch den Klett eingezogen.
Zur Erhöhung der Stabilität würde ich dir noch nahelegen, eine Box-X-Naht zur Befestigung des Kletts herzustellen, also ohne Nahtunterbrechung sowohl Rechteckig um das Teil als auch X-förmig durch das Teil zu nähen. Wenn du dann am Klett noch die Ecken etwa 2mm unter 45° abschneidest, verhinderst du sehr gut ein Hängenbleiben an der Ecke des Klettverschlusses.
Deine Stichlängen sind gegenüber deinem letzten Projekt besser gewählt, ich würde die Stichlänge noch geringfügig erhöhen.