@ TacMac und alle Interessierten
Reichweitenvorteile hast Du mit einem Tomahawk nicht wirklich - denn du vergißt dabei,dass der Messerkämpfer zustechen kann - also in der Vorwärtsbewegung seine ganze Armlänge plus Messer zur effektiven/tödlichen Reichweite hat,und diese ist einer Abwärtsbewegung mit einem Tomahawk nicht zwingend unterlegen(ein Tomahawk wird effektiv nie mit gestrecktem Arm geschlagen,sondern er muss geradezu angewinkelt sein um Durchschlag zu erzielen),zumal ein halbwegs erfahrener Messerkämpfer nach dem ersten Fehlschlag des Tomahawks,sobald sich dieser in der unteren Position nach dem Schlag befindet,in den Gegner reingehen wird und den Schlagarm blockiert und dann ist Feierabend für den Tomahawk-Bewehrten.Das ist tatsächlich ähnlich mit Stock-gegen-Messer.Ein Tomahawk ist immer langsamer und besser zu verfolgen als ein Messer,das soll nicht heißen,dass diese Hiebwaffe nicht gefährlich oder gar zu unterschätzen sei - aber selbst wenn-wie Ookami schreibt- nach dem Fehlschlag wieder eine Aufwärtsbewegung mit dem Tomahawk mittels drehen des Handgelenks gesucht wir benötigt dies Zeit - zuviel Zeit gegen einen versierten Messerkämpfer,der ungleich schneller und vielseitiger in seinen Bewegungsmöglichkeiten ist.
Es ist ein ungleicher Kampf auch aufgrund der Stellungssuche der beiden Kämpfer: der Tomahawk-Fighter versucht stets eine Schrittlänge vom Gegner weg zu bleiben um eine günstige Schlagposition zu bekommen,denn bei direktem Körperkontakt ist der Tomahawk-Kämpfer nahezu effektlos,währendhin der Messerkämpfer seinen Vorteil in möglichst dichter Gegnernähe sucht.
Ähnlich einem Boxkampf zeichnet sich auch bei solch einem bewaffneten Kampf der kommende Angriff des Gegners durch dementsprechend vorrausgehende Bewegungen in der Schulter,der Hüfte und verschiedenem mehr an(ohne das ein ausholender Schlag,ob nach unten oder oben oder seitwärts physisch gar nicht erfolgen kann),was sowohl bei einem Stock wie auch einem Tomahawk gut zu erkennen ist(eine Finte ist damit meines Erachtens nach kaum zu vollführen),während solche Voraussagen bei einem Messerkämpfer im CQC nahezu unmöglich sind und wenn,dann meist viel zu spät.
Das heißt: Trifft der Tomahawk-Bewaffnete zuerst und effektiv,wird er wohl gewinnen - ansonsten hat er mit ziemlicher Sicherheit gegen den Messerkämpfer verloren.Dies alles trifft natürlich nur auf geübte Kämpfer zu und nicht auf Strassen-Rabauken.Da kanns ganz anders aussehen.
Prinzipiell(mit Ausnahmen) kann man sagen,dass bei gleichwertiger Erfahrung der jeweils schneller kämpfende Waffenträger stets im Vorteil ist - z.B. Einhänder gegen Bi-Händerschwert(in Europäischen Kriegen),Katana gegen chinesisches Breitschwert(in asiatischen Konflikten der Antike) oder eben auch Tomahawk gegen Messer.Selbstverständlich kann es dem schwerer-und langsamerbewaffneten gelingen seine Reichweite siegreich einzusetzen,was aber in der Mehrheit der Fälle nicht zutraf.Die Kriegs-Aufgaben dieser Krieger war dementsprechend auch eine andere,als jene,gegen schnellere Einzelkämpfer in den Zweikampf zu gehen.
Interessant hierzu sind auch sicherlich die Vergleiche zwischen den verschiedenen Gladiatoren-Gattungen der römischen Zeit.
Hier wurde versucht eine Art gerechten Ausgleich zwischen verschiedenen Waffenträgern zu schaffen,indem man zum Beispiel dem mit der schnelleren Waffe einen Nachteil bei der Rüstung oder dem Blickfeld des Helms verschaffte,oder dem mit der unterlegenen Waffe eine bessere Rüstung gab etcetera - Allerdings konnte dies(wie z.B. unter Caligula) auch genau ins Gegenteil pervertiert werden.
Auch in der Tierwelt gibt es hierzu dutzende eindrucksvolle Beispiele - nicht der Stärkere siegt immer....sondern der Schnellere! 