Linder Flachangelbowie 18 cm Klinge mit Cocobologriffen... ein Kurzreview

  • Hallo!
    Nachdem mein Linder Flachangelbowie mit 18 cm Klinge in 440A meistens in der Küche genutz wurde, habe ich es heute einmal mit in den Wald genommen (wie es sich für ein Bowie gehört).


    Was mir so heute und schon seit längeren aufgefallen ist: das Griffstück ist sehr klein und für große Hände nicht unbedingt geeignet. Die Scheide ist aus Leder gut verarbeitet und das Messer läßt sich sehr gut ziehen, allerdings schneidet man jedes Mal in den Klettverschluß da dieser auf der Schneidenseite des Messers sitzt.


    Na ja, nach ein "wenig Holzmachen" und ein paar Schnitzarbeiten... sah das Messer doch ziemlich fertig aus! Teilweise kleine Stücke aus der Klinge richtig rausgebrochen. :D Die Klinge sah hinterher aus wie eine Serpentinenstraße, das bekomme ich leider nicht fotographiert. Das alles wirklich nur bei leichten bis mittelschweren Gebrauch im Wald.


    Also Linder...! Richtiges Outdoor Bowie geht anders... für mich mehr ein "Spielzeugmesser" für draußen. :S ... oder ich bin verwöhnt von Svörd. :rolleyes:
    Die Verarbeitung als solches geht in Ordnung. Der Anschaffungspreis den ich damals gezahlt hab auch.


    Gruß
    Henning

  • Ich habe einige Linder Bowies aus unterschiedlichen Stählen im Einsatz und derartige Schäden noch nicht erlebt, auch nicht beim 440er.
    Solltest Du wirklich nur Holz gehackt und geschnitzt haben, sollten keine Schäden an der Schneide entstehen. Ich vermute also dass hier bei der Wärmebehandlung etwas schief gegangen ist. Das ist insofern verwunderlich, weil Linder das Thema normalerweise gut im Griff hat. ?(

    Schönen Gruß vom Waldwandler

  • "Holz machen" kann viel bedeuten. Ich hatte schon beim zerkleinern einer Dornenhecke ähnliche Schäden an einem Haumesser.
    Astknotem oder kleine Steine die sich in der Rinde festgesetzt haben setzen auch Besseren Stahl zu.
    Wobei 440a ja an der unteren Ende der Stähle angesiedelt ist. Seine Stärke ist ja die korrosionsbeständigkeit und nicht der Verschleiß

    Einmal editiert, zuletzt von balinzwerg ()

  • Also ich war selber sehr erstaunt über den Zustand des Messers, zumal die Arbeiten nun auch nicht zu grob und lange waren.


    Ich werde das die Tage noch einmal mit den gleichen Bowie von Linder ausprobieren. Das ist nur aus 440C und hat eine Klinge von 25 cm.

    "Besser König der Ärsche, als Arsch der Könige...!"

  • Am Stahl per se liegt es denke ich nicht.
    Randall zB nutzt auch einen 440B für ihre rostfreien Klingen.
    Ich selbst nutze ein Eickhorn Defender als Outdoor und Survivalmesser , da ist alles super und es ist aus 4110, welcher ja ein ähnlicher Stahl ist.
    Durch den hohen Chromanteil sind die 440er Stähle ziemlich rostträge

  • Korrosionsbeständig? Dachte das ist nur der 440c und der 440a ist rostend? Hmm wieder ne Wissenslücke meinerseits


    440a ist mit seinen 16 bis 18% Chrom als " rostfrei" zu sehen, sollte man diesen irrtümlichen Begriff verwenden wollen, er hat aber deutlich weniger Kohlenstoff als B und C

  • @balin
    Danke für die Aufklärung, hatte es dann auch er googelt, tatsächlich rostfrei.


    Aber kaufen würde ich mir trotzdem nix aus 440a.
    440c hatte ich schon ein paar böker, die waren okay, wobei mir n690 lieber ist. Bester Stahl den ICH bis jetzt an einem Messer hatte war der d2 von lionsteel.

  • Wäre jetzt auch nicht mein Wunschstahl bei Messer .
    Wobei der d2 mir grundsätzlich zu wenig Rost resistent ist, irgendwie passt der nicht zu meinem Handschweiß :rolleyes: wobei es auch hier Ausnahmen gibt.
    Trotzdem ist auch der 440a ein Stahl der bei guter Verarbeitung auch bei Gebrauchsmesser weit weg vom Dosenblech ist :rolleyes:

  • 440A sollte sich, bei einer adaequaten WB umrollen, nicht ausbrechen. deswegen wurde er oft gerne fuer groessere Haumesser genommen. ein anderer Vorteil ist die gute polierbarkeit und die Korrosionsresistenz. bei den Ausbruechen wuerde ich eher auf Fehler in der WB tippen. OPder groben Missbrauch, ich had auch ein 1/2 Zoll ang Khola an nem Astloch geschafft, nur sehr feste mit wenig Gefuehl zuschlagenhat gereicht

  • Schaut euch mal knifesteelnerds.com an.
    Da werden verschiedene Messerstähle besprochen und die Eigenschaften mit einem wissenschaftlichen, reproduzierbarem Ansatz untersucht. Meines Wissens nach die einzige Quelle im Netz, die einen solchen Ansatz verfolgt.
    In diesem Zusammenhang als Haumesser sind besonders die Kerbschlagwerte interessant. Wenn man diese Werte betrachtet sieht man sehr gut, dass ein D2 oder auch ein N690 für ein Haumesser eine nicht besonders gute Idee sind.


    edit: Adresse korrigiert

    Einmal editiert, zuletzt von recurveman ()

  • habe ich das bei den "steelnerds" richtig verstanden, dort wird unter "what is the best " der Stahl 14c28n genannt?


    Wenn dem so wäre, dann hätte man sich die ganze Mühe sparen können und einfach Herrn Ulrich Gerfin zitieren können, der den 1.4034 immer als guten Klingenstahl im korrosionsbeständigen Segment anführte.


    Der relativ geringe Kohlenstoffanteil darf einen nicht verwirren, durch den Chrom kommt es zu einer Einschnürung des Kohlenstoffs, was ungefähr einem Stahl mit 0,8 % Kohlenstoff entspräche.


    Es ist selbst für Fakten immer schon schwer gewesen in einen Disput mit persönlichen Vorlieben und gefassten Meinungen anzutreten.
    Wenn jemand mit einer Klinge X aus dem Stahl Y gute Erfahrungen gemacht hat, liegt es in der Natur der Sache, dass der Anwender von XY davon überzeugt ist, den heiligen Gral gefunden zu haben. Dagegen spricht nichts, nur ist diese Gleichung nur gültig, wenn alle anderen Anwender die gleichen Bedürfnisse an XY haben, hier ist der Knackpunkt.


    Alle Tests sind Anhaltswerte, und das in einer Gleichung mit einigen Unbekannten und absichtlich vergessenen Rechenzeichen. Sie ist allgemeingültig nicht lösbar, ein Rasiermesser wird kein Haumesser, aber ein Stahl wie 1.2210, aus dem ich ein Rasiermesser schmieden kann, aus dem kann ich auch ein Haumesser schmieden, was die Sache aber auch nicht vereinfacht.


    Wieso das Messer unter den genannten Bedingungen zu Ausbrüchen neigte, kann man per Ferndiagnose nicht sagen, ebenso wenig kann ein Neurochirurg per Telefon arbeiten.
    Mein Linder ist 40 Jahre alt, wenn ich Knochen damit trenne, dann zeigt es an der Schneide auch kleine Unwilligkeiten des Stahls, die schleife ich dann eben raus.


    Viele Grüße
    Roman

    panta rhei

  • Der 14C28N ist bei knifesteelnerds.com der Favorit bei den Budget Stählen weil er in der Kombination aller Eigenschaften die besten Ergebnisse liefert, gefolgt von dem AebL.
    Und warum sollte Herr Gerfin nicht recht haben? Die Argumente für den 1.4034 sind durchaus nachvollziehbar. Größtes Problem für den Stahl ist halt die häufig schlechte WB da es billig sein muss und dass der Stahl halt nicht so fancy ist wie andere.
    Es muss aber jeder Anwender wissen welche Eigenschaften für ihn wichtig sind. Sehr gute abrasive Eigenschaften, Duktilität und Korrosionsresistenz lassen sich halt in einem Stahl nicht miteinander vereinen, mindestens eine wird dann stark abfallen.


    Was ich auf der Seite sehr gut finde ist das die durchgeführten Tests nachvollziehbar sind. Es wird die Durchführung beschrieben, und soweit ich das von hier beurteilen kann wird auch nicht anders gearbeitet als in den akkreditierten Laboren die ich in meinem Job beauftrage. Dadurch kann ich dann für mich eine Einschätzung dieser Tests vornehmen gewichten welche Eigenschaft eines Stahles für mich wichtig ist.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!