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1

Montag, 5. November 2018, 02:48

BW Knobelbecher

Moin,

habe mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir zum Herbst hin einen Satz BW Knobelbecher gegönnt.
Allerdings Baujahr 1967...also rund 50 Jahre auf dem Buckel.
In den 80er Jahren gab´s die Dinger in den BW/Army Shops des Ruhrgebiets hinterhergeschmissen,
lagen zu Bergen aufgehäuft in der Mitte der Läden, leider waren mir die dort angebotenen Exemplare
oft zu stark beansprucht, wobei ich damit nicht das Oberleder meine, sondern den Innenbereich der Stiefel.
Jetzt konnte ich ein Paar ergattern, dass die letzten 45 Jahre quasi eingelagert war und vorher so gut wie
nicht getragen wurde, also in etwa NOS Ware, kein Schimmel, keine Stockflecken, Conti Sohle und Metall-Kantenschoner
ohne größere Gebrauchsspuren, Oberleder ohne Macken oder Risse, Innenausstattung dementsprechend neuwertig.
(Konnte man alles auf den reichlich eingestellten Fotos vom Verkäufer gut erkennen)
Die Stiefel befinden sich auf dem Postweg und ich freu mich drauf, allerdings habe ich Sorge, dass mir beim
täglichen Gebrauch das alte Leder einreißen könnte, (wgn.Trockenheit, Alter, etc...)
Nun meine Fragen an Euch:
Kann man solche Stiefel bedenkenlos im Alltag benutzen oder taugt solcher Kram nur noch für die Vitrine?
Ist es möglich, derartig altes Leder vor Gebrauch mit irgendeinem Spezialzeugs zu behandeln,
damit die Tierhaut weich und geschmeidig bleibt und nicht rissig wird, oder sind meine Stiefel bereits tot
und nicht mehr trag-/benutzbar?
(Die Stiefel würden von mir nicht bei Schnee oder strömendem Regen getragen, nur im Übergang zum Winter
auf der Straße und im Sommer zum Motorradfahren.)

Für Eure Einschätzungen wäre ich sehr dankbar.



Gruß!
Haz3t

Elric

Meister

Wohnort: Norddeutschland

Beruf: Azubi

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2

Montag, 5. November 2018, 05:30

Moin moin,
ich habe ähnlich alte Knobelbecher, die waren etwas trocken aber die halten schon seit 5 oder 6 Jahren. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich das "Hufeisen" am Hacken. Was in Dreck und Schnee Gold wert ist, ist auf Asphalt recht laut und das Aufsetzen des Fußes ist ungewöhnlich hart.
Gruß,
Elric

Cowboyjunkie

Elite-User

Wohnort: Das Oberbergische sieht momentan ganz nett aus.....

Beruf: Pferdebespaßer Und Lederformer

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3

Montag, 5. November 2018, 06:46

Guten Morgen,
Zum Leder kann ich nur sagen, dass es immer auf den wirklichen Zustand ankommt. Sprich, ist das Leder in der Zeit trocken, zu trocken, feucht, zu feucht usw. gelagert worden. Dazu kommt die Qualität des Leders,ebenso die Art der Gerbung.
Wir haben Leder in der Werkstatt liegen welches um die 20 Jahre alt ist, kann problemlos verwendet werden, wurde aber auch dunkel und trocken gelagert.
Du solltest dir also zunächst ein Bild davon machen wie das Leder beschaffen ist. Wenn du ein gutes Gefühl hast, solltest du die Stiefel zunächst ÖLEN! Das ist wichtig, damit das Gefüge im Inneren des Leders wieder geschmeidig wird. Fette dringen nicht so tief ein.
Dann das Ganze einwirken lassen und zu guter Letzt die Stiefel überfetten.
Dann sollte es wieder klappen.
Zur Sohle kann ich leider keine Angaben machen.
Beste Grüße vom Cowboy
"Wir sind wohl alle für das geschaffen, was wir tun" - Ernest Hemingway

4

Montag, 5. November 2018, 22:24

Danke, Ihr macht mir Hoffnung.
Auf den Bildern zumindest sieht das Leder ziemlich gut erhalten aus,
nicht zu vergleichen mit dem alten Brooks Sattel auf meinem Alle-Tage-Rennrad,
da ist das Leder durch ständig wechselnde Umwelteinflüsse regelrecht abgestorben,
die Oberfläche ausgehärtet und zerfurcht, wie ein trockenes Flussbett.
Ich werde mal berichten, wie es sich verhält, wenn ich die Stiefel in Händen halte.
Wenn ich sie dauerhaft mehrere Jahre nutzen könnte, wäre das natürlich ein Träumchen,
ich mag die Form sehr und etwas ähnliches neu zu bekommen, wird schwierig.
Schnürstiefel besitze ich mehrere Paare, aber das ist nicht dasselbe.


Gruß!
Haz3t

Brotlosebrotdose

Fortgeschrittener

Wohnort: Zwiesel

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5

Montag, 5. November 2018, 23:07

ein Tipp von mir, Renaissance Wax. Ist ein Pflege-/ Schutzwachs welches Du für alles verwenden kannst. Ist speziell für Museen entwickelt worden. Stinkt beim auftragen höllisch verfliegt aber sehr schnell nach dem auftrocknen. Einsatzgebiete: Münzen, Metalle aller Art, Leder und und und. Chris Reeve Knives empfiehlt es sogar für Damastklingen und Holzeinlagen. Das Zeug ist sehr ergiebig. Ich habs schon auf Hochglanzleder verwendet und war zufrieden. :thumbsup:

bansai

Beführworter der NICHTOXFORTHOCHDEUTSCHEN sprache(Pfälzer)

Wohnort: pfalz

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6

Dienstag, 6. November 2018, 10:27

Hi
Ich würde Ballistol verwenden ist ein Allheilmittel...Ich bekomme damit immer meine Arbeitsschuhe weich.
lg
ICH HABE GAR KEINE SIGNATUR

Cowboyjunkie

Elite-User

Wohnort: Das Oberbergische sieht momentan ganz nett aus.....

Beruf: Pferdebespaßer Und Lederformer

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7

Dienstag, 6. November 2018, 12:28

Vom alleinigen Einsatz von Renaissance Wax würde ich dringend abraten.
Wie zuvor geschrieben, sollte vorher geölt werden-und das geht u.a. auch mit Ballistol ;)
Beste Grüße vom Cowboy
"Wir sind wohl alle für das geschaffen, was wir tun" - Ernest Hemingway

8

Dienstag, 6. November 2018, 13:32

Ich habe mal ein steinhartes Paar Reitstiefel mit tonnenweise Snoseal sanft gefönt. Damit ging das richtig gut.
Die Sohlen bestehen aus Leder und müssen auch gepflegt werden, nur vorne und am Absatz ist etwas gummi aufgenäht.

Cowboyjunkie

Elite-User

Wohnort: Das Oberbergische sieht momentan ganz nett aus.....

Beruf: Pferdebespaßer Und Lederformer

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9

Dienstag, 6. November 2018, 13:45

Die meisten Reitstiefel sind aus vegetabil gegerbtem Leder-wenn man dann noch ein wenig fönt gehts ganz gut.
Ich möchte noch etwas anbringen :
Wachs ist dazu da, in die oberen Schichten des Leders einzudringen und die Poren zu verschließen-wasserdicht zu machen. Fönt man das Ganze wird es etwas tiefer getrieben.
Verwendet man ein Öl, zieht dieses auch in Mitte des Leders ein.
Öl verflüchtigt sich jedoch recht schnell, daher danach wachsen/ fetten.
Am Besten mit einem Fett/Wachs Kombimittel.

Beste Grüße vom Cowboy
"Wir sind wohl alle für das geschaffen, was wir tun" - Ernest Hemingway

10

Dienstag, 6. November 2018, 16:53

Ich habe nur gute Erfahrungen mit B&E Bienenwachs-Lederbalsam und Lederöl.

Grüße,
Sascha
Beste Grüße
Sascha

11

Dienstag, 6. November 2018, 16:55

Als Wachs kann ich Snoseal ebenfalls empfehlen. Das mit dem Fön einarbeiten, etwas polieren und fertig.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

12

Donnerstag, 8. November 2018, 02:51


Verwendet man ein Öl, zieht dieses auch in Mitte des Leders ein.
Öl verflüchtigt sich jedoch recht schnell, daher danach wachsen/ fetten.
Am Besten mit einem Fett/Wachs Kombimittel.


Hallo Cowboyjunkie, hallo alle anderen Ratschlaggeber,

in Deinen Ausführungen vereinen sich fast alle hier zum Tragen gekommene Empfehlungen.
Daher erscheint es sinnvoll, die meisten Tipps unter einen Hut zu bringen.

An dieser Stelle Danke an Alle, die zur Problemlösung etwas beigetragen haben!

Nun aber zu den Mitteln der Wahl,
welches Öl, außer dem genannten Ballistol würdest Du/Ihr mir zur Erstbehandlung empfehlen?
Welches Fett-Wachs Kombimittel käme in Frage, ich bin auf diesem Sektor völlig unbewandert
und benötige daher ein paar Produktnamen.
Bisher habe ich bei altem Schuhwerk mit minder mäßigem Erfolg
nur mit farbloser Centralin-Schuhcreme gearbeitet,
(mehr gibt mein aktueller Fundus auch wirklich nicht her)
kenne mich bzgl. Lederpflegemitteln absolut nicht aus
und Ballistol nutzte ich bisher eher zur Metallpflege, teils im KFZ-Bereich.
Im übrigen habe ich mich gegen ein Finish mit schwarzer Schuhcreme entschieden,
wie ich es bei verhältnismäßig neuen Schuhen mache,
da ich den Vintage-Look der Stiefel gern erhalten möchte...


Gruß!
Haz3t

Cowboyjunkie

Elite-User

Wohnort: Das Oberbergische sieht momentan ganz nett aus.....

Beruf: Pferdebespaßer Und Lederformer

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13

Donnerstag, 8. November 2018, 05:28

Guten Morgen!
Man kann wirklich viele Öle verwenden. Bei den Wachs Sorten tut sich heutzutage auch nicht mehr allzu viel was deren Qualität angeht.
Mit diesen Mitteln habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht :

https://equiamor.de/carrs-leather-oil.html Ein geniales Zeug :thumbup:

Und als Wachs würde ich auch auf Sno Seal zurückgreifen! Top Zeug!

Wenn Leder nicht zu trocken ist, reicht Sno Seal alleine aus.
Beste Grüße vom Cowboy
"Wir sind wohl alle für das geschaffen, was wir tun" - Ernest Hemingway

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cowboyjunkie« (8. November 2018, 05:30)


14

Samstag, 10. November 2018, 02:58

So...heute sind die Stiefel angekommen und haben meine Erwartungen
vom Erhaltungszustand sogar etwas übertroffen, auch innen.
Die Dinger sind fast ungetragen, die Innensohle nicht beschädigt oder runtergetreten,
das Oberleder ohne Macken, Schrammen oder Abschürfungen.
Die hatte der Vorbesitzer wohl nur sehr sporadisch an.

Dennoch werde ich sie nicht sofort tragen, sondern wie hier besprochen bearbeiten und pflegen.
Durch die lange Lagerung ist das Leder etwas blechern, gut erhalten, aber eben nicht weich.
Was ich zur äußeren Anwendung zu tun habe, weiß ich jetzt durch diesen Thread,
die Pflegemittel sind in Zulauf.

Was mich etwas beunruhigt, ist der Zustand des Schafts von innen.
Das Leder ist nicht gebrochen und nicht eingelaufen, aber wahnsinnig trocken und ausgedorrt,
sodass mir die Schäfte beim Tragen wohl sofort von innen nach außen wegreißen würden,
so mein laienhafter Eindruck.

Deshalb folgende Fragen:
Genügt es, die Stiefel von außen zu ölen, dieses alle 24 Std. zu wiederholen und anschließend zu wachsen?
Dringt das Lederöl von außen nach innen weit genug ins Leder ein,
um den Schaft auch innen geschmeidig zu machen?
Oder bedarf es innen drin einer zusätzlichen Behandlung?
Wenn ja, womit - etwa auch mit dem Öl?


Gruß!
Haz3t

thehunt

Profi

Wohnort: Berlin

Beruf: Herr der Daten

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15

Samstag, 10. November 2018, 06:42

Ich bin nur interessierter Laie, habe aber meine Algerien-Stiefel, ebenfalls Depotware aus den 50ern und knüppeltrocken, wie ein Blöder mit Ballistol eingesprüht. Eben auch von innen, damit sich das Leder dann auch an meinen Fuss anpassen kann. Solange da nur Leder und kein stoff ist, ging das wunderbar. Sind mit die bequemsten Stiefel die ich habe, nach einer zugegebenermaßen langen, Eintragephase.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »thehunt« (10. November 2018, 06:44)


16

Samstag, 10. November 2018, 07:26

Geil, die habe ich ja noch nie gesehen. BW hatte anfangs auch solche, die haben aber Sehnenscheidenentzündungen ausgelöst.



Ballustol kannst du auch innen anwenden, damit alles geschmeidig wird.

17

Samstag, 10. November 2018, 14:23

Oil bitte nur an die wirklich ausgetrockneten Stellen und in ganz kleinen Mengen geben, dieses dann bitte auch nur von innen. Zu viel Oil macht das Leder dauerhaft weich und zerstört deren wichtige Eigenschaften wie z.B. die Aufnahme von Schweiß. Von außen bitte nur mit Wachs arbeiten, dieses dringt tief genug in das Leder ein um dieses dauerhaft am leben zu halten. Zu dem erhält Wachs die positiven Eigenschaften wie die Aufnahme von Schweiß und die Atmungsaktivität.

Mein Fachwissen in diesem Bereich ist über die Jahre durch die Zusammenarbeit mit den Firmen Lowa und Meindl entstanden und entspricht meinem derzeitigen Kenntnisstand.


scts
Beste Grüße
scts

18

Montag, 12. November 2018, 03:01

Vielen Dank Ihr seid klasse.
An die Algerien-Stiefel komm ich nicht ran,
dennoch stelle ich mal ein paar Bilder von meinen ein:

»Haz3t« hat folgendes Bild angehängt:
  • ov_benzstiefel2018008.jpg

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