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Montag, 30. Juli 2018, 19:00

Die Bedeutung von Messern für die Entwicklung der Menschheit

„The Edgemaster´s Handbook a Comprehensive Guide to Choosing, Using and Maintaining Fixed Blade and Folding Knives“ von Len Mc Dougall hat mir die Bedeutung von Messern für die Entwicklung der Menschheit prägnant bewusst gemacht.

Die Bedeutung der gezielten Nutzung von Feuer ist allgemein bekannt, die Bedeutung der Erfindung vom Messer nicht so sehr.

Der direkte und indirekte Nutzen von Messern im (Wildnis-) Survival für Feuer, Unterkunft, Nahrung, Wasser und Kommunikation ist in diesem Forum allen bekannt.

Dass unsere Vorfahren Messer in unterschiedlichsten Formen, zunächst aus Knochen, Stein, dann aus Bronze (ab diesem Zeitpunkt waren neue unterschiedliche Formen möglich) und schließlich als Eisenlegierungen für diese Aufgaben nutzten ist ebenso bekannt.

Messer waren für eine ganz lange Zeit das unverzichtbare, stets mitgeführte Universaltool des Alltages, ähnlich vergleichbar mit einem Smartphone heute.

Schneidwerkzeuge ermöglichten es, von Raubtieren zurückgelassenen Tierkadavern in kurzer Zeit Teile abzutrennen und mitzunehmen. Auch ein Zugang zum nahrhaften Knochenmark war damit möglich. Dies hat wesentlich zur Entwicklung des Gehirnes beigetragen.

Nicht nur als Werkzeug, auch als Waffe hat das Messer den Wendepunkt gebracht. Langsam, ohne besondere physische Überlegenheit wie Krallen, einem Maul mit scharfen Zähnen oder der großen Kraft von Raubtieren, wurde das schwächste Glied in der Kette vom Gejagten zum Jäger. Mit Messern wurden zB. Speere möglich, damit konnten Tiere auf Abstand gehalten oder getötet werden.

Mit Messern wurde die Herstellung von Werkzeugen (u.a. Axtstiele, Schaufelgriffe) möglich.
Mit der Erfindung des Eisens konnten Schaufeln und Pflüge hergestellt werden. Die Bewirtschaftung von Boden konnte staatfinden, die Voraussetzung für dauerhafte Siedlungen.

Da die Menschen mit den so gewonnenen Nahrungsvorräten nicht immer auf Nahrungssuche angewiesen waren, gewannen sie Zeit und konnten über Erfindungen nachdenken die das Leben verbesserten. Schrift, Kultur und Kunst konnten entstehen.

Die heutigen pulvermetallurgischen Stähle ermöglichen eine Qualität welche sich unsere Vorfahren wohl nie hätten vorstellen können. Ein Ende ist nicht absehbar, die Entwicklung geht weiter.

Heute hat sich die Einstellung gegenüber Messern grundsätzlich geändert. Die legitime und sinnvolle Verwendung als Werkzeug wird bezweifelt, das Tragen zunehmen restriktiver siehe „§42“ und die aktuellen Diskussionen...
Dennoch gilt: fast alles was wir essen (Getreide, Fleisch) oder nutzen (Möbel, Autositzbezüge...) wurde zuvor irgendwie geschnitten und so wird es auch bleiben.
Es stellt sich die Frage, was wann wo geschnitten wird.

DarkAsgard

Foren-Weise

Wohnort: Amberg/Oberpfalz

Beruf: Scheren-/Messerdomteur

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2

Montag, 30. Juli 2018, 19:56

Sehr informativer und wahrer Text :clap:
Vielen Dank für die Mühe :sensation:

Greez Klaus
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.
Drum gab er Messer, Schwert und Schild, dem Mann in seine Rechte.

mikio

taktisch ist nicht immer praktisch

Wohnort: Schönefeld - Brandenburg

Beruf: Überlebenskünstler

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3

Montag, 30. Juli 2018, 22:44

Das ist mal ein Thread und ein ebenso starker Einstiegspost :thumbup:

Von mir gibt's auch :clap:

Wie heißt es so schön: Das Messer ist ein Kulturgegenstand.

Keine Ahnung wer das nochmal gesagt bzw. geschrieben hat. Warum "Kulturgegenstand"? Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit ganze Zeitalter die nach dem Material der zu dieser Zeit hergestellten und verwendeten Werzeuge benannt wurden (siehe Wikipedia 1,2 und 3). Um welche Werkzeuge es sich dabei vorallem gehandelt hat, kann sich wohl jeder denken.

...Hämmer natürlich, alles Hämmer ;)

Die legitime und sinnvolle Verwendung als Werkzeug wird bezweifelt, das Tragen zunehmen restriktiver

Diese Einstellung die heute oft, mit Äußerungen wie etwa: "Du trägst ein Messer? Willst Du jemanden abstechen?" oder ähnlichem, vorgetragen wird, ist für mich eines der deutlichsten Zeichen für die Dekadenz unserer Gesellschaft. :patsch:

Beste grüße
Michael a.k.a. mikio
"Regel #51 - Manchmal hast Du unrecht." ~ Leroy Jethro Gibbs.

PzGrenOffz

Ich stehe eher auf unnütze dicke Dinger

Wohnort: Siegerland

Beruf: Excel-süchtiger Zahlenverdreher

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4

Dienstag, 31. Juli 2018, 00:45

Das Messer ist in der Tat eines der wichtigsten Werkzeuge, die unsere Vorfahren erfunden haben. Schade, dass das (zumindest in meiner Schulzeit) nicht so sehr gewürdigt wurde, wie z. B. die Entwicklung der Dampflok, des elektrischen Lichts oder des Automobils….

Es ist sehr traurig mitzuerleben, wie dieses wichtige Werkzeug der Menschheitsgeschichte von den Politikern in den letzten Jahren zum Sündenbock für einen zu laschen Umgang mit jugendlichen Straftätern und Personen aus einem anderen Kulturkreis missbraucht wird, bei denen die Nutzung eines Messers als Waffe und „Ehrenmorde“ akzeptiert werden.

Noch trauriger ist es, dass gefühlte 90% der Bevölkerung Messer-Verbote als sinnvolle Maßnahme zur Kriminalitätsbekämpfung ansehen, obwohl sie selbst täglich ganz selbstverständlich ein Küchenmesser benutzen oder evtl. sogar seit Jahren unwissend eine OWI begehen, weil sie in irgendeiner Tasche oder im Auto ein Einhandmesser mit sich rumtragen.

Aber ich will nicht zu sehr in den Bereich „Recht“ abdriften – da ist meine Meinung ja nicht gefragt. :rolleyes:

Ich bin wirklich gespannt, wohin sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten entwickelt. Werden wird irgendwann – wenn überhaupt – nur noch Messer mit dünnen (und natürlich abgerundeten) Plastik-Klingen nutzen, die keine missbräuchliche Verwendung als Waffe zulassen? Wird es Fleisch, Wurst, Brot…. irgendwann nur noch in Scheiben / fertig portioniert zu kaufen geben, damit kein Bürger mehr einen Grund hat, so ein Mordwerkzeug als Werkzeug zu nutzen?
Der FB zum EF 104 ist offensichtlich rechtskräftig. Die Schlussfolgerungen daraus muss jeder für sich selbst ziehen. ;-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »PzGrenOffz« (31. Juli 2018, 00:47)


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Sonntag, 5. August 2018, 14:03

@ DarkAsgard, mikio und PZGrenOffz

Vielen Dank für Eure Beiträge.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass nicht nur „DAS MESSER“ erfunden wurde, sondern in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Klingenformen entstanden.

Allerdings gibt es eine Gemeinsamkeit in den unterschiedlichen Gebieten, nämlich die Kombination des Mitführens von einem kleine(re)n und einem großen Messer.

Ein großes Messer kann grobe Aufgaben wie Hebeln, das Durchtrennen von Ästen, Holzspalten... besser und schneller erledigen. Ein kleineres Messer ist für feine Arbeiten vorteilhaft.

In Argentinien hatten die Gauchos zum Navaja ein größeres Facon Messer. In Schottland kam ein Dirk dazu.
Im Norden wurden die Puukos mit 7 bis 9 inch Leukus ergänzt,
im Zentral- und Südamerikanischem Raum werden Machten, in Südostasien Parangas, Bolos und Goloks als Ergänzung mitgeführt, in Nepal Kukris und in Afrika Pangas.

Für die Herstellung kam es zu Zentren wie Damaskus in Syrien, Seki in Japan, Sheffield in England, Toledo in Spanien und Solingen in Deutschland...

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