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bauer1328

Bavarian Barbarian

  • »bauer1328« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Monaco di Bavarie

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1

Sonntag, 31. August 2014, 09:59

Wie ich meine Messer baue...

Grüß' euch!

Nachdem ich "making of"-Threads liebe und von einigen solchen in diesem Forum viel lernen konnte will ich euch zeigen wie ich meine Messer baue.
Evtl kann sich der ein oder andere was abschauen, oder ich bekomme Tipps auf die ich selbst nicht komme... mal sehen

Los gehts!

Nach der Entwurfsphase und einem Stapel Papier wird der Entwurf ausgeschnitten, mit Edding auf den Stahl übertragen und grob mit der Flex ausgeschnitten.

Anschließend wir der Rohling am Bandschleifer in die endgültige Form gebracht und der Griff angezeichnet. Unter den Griff, wo es nicht stört bohre ich ein kleines Hilfsloch (6mm). Wozu ich das brauche seht ihr auf dem nächsten Bild.

Als nächstes wird mittels Schublehre und Edding die Mitte der Schneide
markiert und die Klinge auf meine Schleifhilfe geschraubt.

Diese Hightechwinkellehre besteht aus einem Alublock, einem Aluflach und drei M6er Schrauben. Mit dem Flachmaterial kann ich die Neigung verstellen in der der Anschliff angebracht werden soll. Da ich es frei hand nicht so hinbekomme wie ich es gerne hätte muß ich mir eben so behelfen :thumbup:
Sieht windig aus, funktioniert aber super! Der Alublock hat zudem noch den Vorteil, dass er der Klinge enorm viel Hitze abnimmt und man während dem Schleifen so gut wie nie kühlen muß und sich nur selten die Finger verbrennt.


Jetzt kanns mit dem schleifen auch schon losgehen!
Den Grobschliff mache ich mit K60, oder K80...was ich eben gerade in die Hände bekomme. Knapp vor dem Ende des Anschiffs wechsel ich auf K120, begradige die Kante des Anschliffs und forme das Ricasso.
Alles super leicht eigentlich! :D

Jetzt kommt aber der schwierige Teil - genau das Gleiche nochmal auf der anderen Seite hinzubekommen
...meistens klappts ;)


Jetzt siehts schon nach Messer aus, die groben Arbeiten sind geschafft.
Jetzt muß es noch etwas aufgehübscht werden.
Um die Kanten am Rücken und Griff im rechten Winkel zu schleifen baue ich mir meinen Schleiftisch um und richte einen Aluwinkel zur Schleifauflage aus. Mit dem Anschlag geht es ruckzuck, die Konturen sindschön geschliffen und alles ist im Winkel.


Ein bisschen Schischi darf natürlich auch nicht fehlen, also gibts ne Daumenauflage mit der Kannelierfeile und eine Schleifkerbe.

Jetzt gehts raus aus dem Keller und ab in die Küche, erst mal n Bierchen und Radio an denn jetzt wirds anstrengend ;(

Die Schleifspuren im Anschliff sind natürlich nicht sehr ansehnlich, also wird satiniert - alles andere als mein Lieblingsarbeitsschritt

Die Schleifleinen (K220, 320, 400 und 800) lege ich mir um eine alte Spachtel und leg los. Mit der Spachtel geht es mMn am besten, da man entweder die Fläche benutzen kann oder bei hartnäckigen Kratzern mit der Kante arbeiten kann.

Am meisten Spaß hab ich übrigens, wenn ich mir mit viel Schwung die Messerspitze in die Finger ramme man sieht die Spitze nicht, da sie ja durch Hand und Schleifgut verdeckt ist und auf einmal "Jawollo, da ist sie ja die Spitze!!!"... schon sehr oft passiert, aber dann ist das Messer wenigstens standesgemäß getauft

Einige Zeit und ein paar Tropfen Schweiß und Blut später ist es dann soweit - Fertig!!

.

.

.

Denkste! :P Messer umdrehen und das ganze nochmal

Also nochmal schwitzen und bluten.

Aber dann: Fertig! 8o :thumbsup:


Jetzt wird das "Kleine" erstmal ausgiebig befingert und nach Kratzern durchsucht. Wenn alles gut aussieht ist es jetzt fertig für die Härterei.

Sobald es hart ist geht es dann natürlich weiter mit Putzen, Griff und Scheide :)
Den Griff schleife ich grob am Bandschleifer in Form und dann fängt auch hier das Gerubbel mit den Schleifleinen los...

Ich hoffe euch gefällt der kleine Einblick in meine Bastelroutine!!

Bei Fragen oder Anregungen immer her damit, vielleicht weiß ja jemand wie man um das Satinieren herumkommt? ;)

Mfg, Martin.
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bauer1328

Bavarian Barbarian

  • »bauer1328« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Monaco di Bavarie

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2

Sonntag, 31. August 2014, 10:01

...und hier die restlichen Bilder...

Das fertige Messer könnt Ihr übrigens hier sehen:
Dickes Ding aus N690 und G10

Gruß, Martin.
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3

Sonntag, 31. August 2014, 10:14

Super dokumentiert! Vielen Dank. Das ermutigt mich endlich selber mal eine Feile in die Hand zu nehmen.


Grüße
Idox
One is none and two is one

suomi70

TF, was sonst?!

Wohnort: Schweiz

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4

Sonntag, 31. August 2014, 10:14

Guten Morgen

Sehr schöne Vorstellung deines Arbeitsganges, ganz grosses Kino. :thumbsup: :clap:
Super mal hinter die Kulissen zu sehen, Danke.


LG

Sacha
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

CedricP

Besessener

Wohnort: Rosenheim

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5

Sonntag, 31. August 2014, 12:43

Echt Klasse Martin!

Da hast Du eine echt schöne Anleitung zum Messer bauen gemacht!
Bei mir geht das ganze ähnlich nur muss ich noch von Hand feilen.
Aber mal eine Frage Satinierst du komplett mit der Spachtel als Unterlage oder ist das nur für den Feinschliff am Schluss?
Ich nehm dafür immer ein Hartholz mit den Abmessungen 7x40-50x 300mm das gibt wenig nach und ich kann genug Druck aufbringen.
Ein Aluklotz in den selben Maßen ginge auch, aber wenn man abrutscht gibt's hässliche Kratzer.

Gruß CedricP

bauer1328

Bavarian Barbarian

  • »bauer1328« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Monaco di Bavarie

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6

Sonntag, 31. August 2014, 13:41

Gerne doch!

@CedricP:
Mit der Spachtel ziehe ich es am Ende nochmal sauber ab um die Schliffrichtung einheitlich zu haben. Die Durchgänge davor mache ich mit einem Aluflach (~5x30mm). Damit bekomme ich auch mehr Druck aufs Band.
Die Spachtel ist aber super um im steilen Ricasso die Kratzer raus zu bekommen :thumbup:
...die Handfeilerei habe ich zm Glück hinter mir! Die ersten Messer habe ich aber auch mit der Feile gebaut. Mit dem Bandschleifer schafft man in der gleichen Zeit aber einige Klingen mehr ...und schitzt auch viel weniger :thumbsup:

Gruß, Martin.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bauer1328« (31. August 2014, 13:42)


7

Sonntag, 31. August 2014, 15:38

Danke, Martin, für den bebilderten Einblick in Deine Arbeitsweise. Sehr interessant. :thumbup:

DarkAsgard

Foren-Weise

Wohnort: Amberg/Oberpfalz

Beruf: Scheren-/Messerdomteur

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8

Sonntag, 31. August 2014, 15:40

Richtig Klasse gemacht Martin!! :thumbsup:
Danke für den Einblick in Deine Arbeit!


greez Klaus
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.
Drum gab er Messer, Schwert und Schild, dem Mann in seine Rechte.

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