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Sonntag, 13. September 2020, 10:25

Review: Nextorch TA30 MAX - taktische 21700er Taschenlampe

Nach meiner Vorstellung der Klarus XT11S ist das Exemplar damals ja leider recht schnell kaputt gegangen und wurde durch eine XT12S ersetzt. Die habe ich das vergangene Jahr über habe ich als Primärlampe im Dienst getragen - mit einem Upgrade durch den 360T1-Endkappenschalter, der mit dem 360X-Lampen eingeführt wurde und netterweise auch auf die älteren Modelle passt. Und die Lampe hat sich im Dienst wirklich bewährt. Hell, gute Größe, robust und das UI ist stresssicher zu bedienen. Das Problem meiner XT11S hat sich nicht wiederholt und ich bin rundum zufrieden mit der Klarus.

Trotzdem habe ich schon lange mit der Nextorch TA30 geliebäugelt. Nur irgendwie wollte sich trotz des vielerorts so hoch gelobten UI's der Haben-Wollen-Effekt nicht so wirklich eingestellt. Meine hauptsächliche Sorge war die geringe Größe für eine 18650er-Lampe. Was für EDC ja durchaus ein Vorteil sein mag und wenn man die vollgepackten Koppeln betrachtet, die man tagtäglich durch die Gegend schleppen muss, freut man sich ja manchmal über die ein oder andere Erleichterung. Aber die geringe Größe hatte hier auch den handfesten Nachteil, dass die TA30 zu klein ist für das ESP-Holster, das ich in verschiedenen Ausführungen schon seit Jahren für Lampen und mittlerweile auch einen Schlagstock nutze. Und damit war das Thema für mich zunächst erledigt.

Die Markteinführung der Nextorch TA30 MAX war aber eine willkommene Neuigkeit - wenn auch zunächst unbemerkt von mir. Ich bin erst kürzlich darauf gestoßen und habe mir schnell ein Exemplar bestellt. Ich möchte euch hier in mehreren Schritten von meinen Erfahrungen berichten. Den Beginn mache ich mit der obligatorischen Kurvorstellung. Ein kurzer Erfahrungsbericht aus dem täglichen Dienst wird dann beizeiten folgen.


1. Lieferumfang

Die TA30 MAX wird wie in diesem Preissegment üblich mit Lanyard, Ersatz-O-Ringen und einer Anleitung geliefert. Zudem befindet sich in der Schachtel auch ein Akku aus dem Hause Nextorch in der passenden Größe 21700 mit 5000 mAh, der zudem mittels USB-C-Kabel ladbar ist.




2. Design & Verarbeitung

Die TA30 MAX ähnelt im Design gängigen taktischen Lampen, ist aber deutlich voluminöser. Durch den größeren Akku und die leistungsstärkere LED wuchs die Größe der Lampe auf ein in meinen Augen gerade noch erträgliches Maß für eine taktische Lampe an. Mit 28 mm Dicke am Body ist die Lampe eben nicht nur deutlich dicker als übliche taktische Lampen im 18650er-Format, sie ist mit ca. 15 cm auch ein gutes Stück länger. Dafür bleibt der Kopfdurchmesser mit 38 mm aber in einem absolut vertretbaren Rahmen.

Und so passt die Lampe tatsächlich sogar in das normale ESP LHU mit "Korb" in 37 mm Durchmesser - und der Sicherungsbügel lässt sich sogar noch umlegen, wenn auch etwas schwergängig. ESP hat zwischenzeitlich zwar mit einem modifizierten Holster für Lampen mit 21700er-Akku nachgelegt, bei dem lediglich der Sicherungsbügel meines Wissens etwas breiter gebaut ist, aber bei der TA30 MAX ist das tatsächlich nicht erforderlich. Anders als bei der TA30, die für eine 18650er-Lampe sehr schlank war, hat man hier aber nicht wirklich eine schlanke 21700er-Lampe geschaffen, denn manche Konkurrenzprodukte sind tatsächlich schlanker, bspw. die Nitecore P20i mit nur 26 mm am Batterierohr. Hier im Holster im Vergleich mit der XT12S.



Erwähnenswert: der Akku muss mit dem Pluspol nach hinten in die Lampe eingesetzt werden - wie außen aufgedruckt.



Die Verarbeitung ist sehr gut. Die Anodisierung ist makellos und fühlt sich angenehm weich an. Das Knurling ist sehr flach gehalten und greift sich auch ohne Handschuhe angenehm, sorgt aber für ein gutes Griffgefühl. Die Cree XHP50.2 ist mittig im Reflektor verbaut. Am Bezel finden sich die bekannten Nano-Keramik-Glasbrecher, die mittlerweile auch schon von anderen Herstellern übernommen wurden.



Im Gegensatz zur kleineren TA30 ist die TA30 MAX tailstand-fähig.


3. Bedienung

Der Endkappenschalter ist für die erste Stufe sehr leichtgängig, für die zweite Stufe muss man schon deutlich kräftiger drücken. Dilettantisch mit meiner Kaffeewaage gemessen: ca. 90 g reichen für normales Licht aus, für Stroboskop benötigt man einen Druck von ca. 2-2,5 kg.

Beim UI muss ich einfach den Vergleich zu anderen Lampen ziehen.

Surefire
Das vermutlich taktisch sinnvollste Konzept ist das klassische UI der älteren Surefire-Generation: momentary-only. Nur hat man da eben keinen Stroboskop-Modus. Surefire hat meines Erachtens den Spagat so einigermaßen in die Moderne geschafft durch schwergängige Klickschalter, Intellibeam und so Kram, aber bleibt grundsätzlich seiner Linie möglichst einfacher Konzepte treu. Wobei ich die ganz aktuellen Modelle nicht wirklich auf dem Schirm habe und da nur bedingt mitreden kann.

Elzetta
Elzetta hat mit dem Klickschalter, den man durch leichtes lösen in den Strobe bringen kann, einen ganz guten Kompromiss geschaffen. Aber das ist unter Stress kaum sinnvoll möglich. Ich mag die Lampen, aber für den Dienst war das für mich nach einem kurzen Probelauf leider nix.

Eden/Knivesandtools
Eden, die Eigenmarke von Knivesandtools hat das Bedürfnis im LE-Bereich nach Stroboskop-Lampen bei der TDL25 in meinen Augen fast zur Perfektion umgesetzt, als man momentary-strobe in das UI eingearbeitet hat. Die TDL25 als in meinen Augen kompromisslose taktische Lampe hat jedoch ein paar kleine Nachteile. Der Drehring hinterm Lampenkopf ist praktisch nicht einhändig zu bedienen, erst recht nicht mit Handschuhen. Und leider gibt es einfach kein momentary-on - mein größter Kritikpunkt am Konzept.

Nextorch
Nextorch hat dieses Konzept in meinen Augen jedoch auf ein neues Level gehoben. Der Endkappenschalter kann tatsächlich momentary-on und momentary-strobe! Alle constant-Funktionen steuert man über den direkt am Schalter gelegenen und daher im Eispickel-Griff einhändig bedienbaren Drehring. Ich kann mir aktuell kaum ein besseres Bedienkonzept vorstellen und ich weiß nicht, warum ich mir nicht schon früher schon eine TA30 zugelegt habe. Beim Herumspielen und im Einsatz in den ersten Diensten fühlte sich das bis jetzt immer intuitiv und sicher an. Mal schauen, was der Dienst die nächsten Wochen so mit sich bringt. Ich werde berichten.

"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

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Sonntag, 13. September 2020, 10:25

4. Lichtbild

Das Lichtbild ist in meinen Augen eher ausgewogen. Die XHP50 produziert keinen so klar vom Spill abgegrenzten Spot wie die XP-L HI, sondern ähnelt in meinen Augen viel mehr der alten XM-L, was die Charakteristik des Beams angeht. Klar hängt das alles auch vom Reflektor und der verbauten Linse ab, aber da sind die Grenzen in diesem Formfaktor ja recht eng gesetzt und bieten nicht so viel Spielraum. Die Lichtfarbe ist kaltweiß, wie ich es bei meinen taktischen Lampen mag.



Die Eigenblendung hält sich überraschend in Grenzen - da hätte ich bei 2100 Lumen mit stärkeren Effekten gerechnet.

Hier noch drei Beamshots in Low, Mid und High - die Lampe befindet sich 50 cm vor der Rauputz-Wand (Canon EOS 100D, Brennweite 20 mm, Verschlusszeit 1/60, Blendenzahl f/11). Deutlich sichtbar sind dabei die drei "Nasen" des Bezelrings, in denen die Glasbrecher eingelassen sind.




5. Erster Erfahrungsbericht

Ich habe die Lampe im Laufe der Woche sofort mit auf die Arbeit genommen und dort bei verschiedenen Tätigkeiten genutzt: Personen- und Fahrzeugkontrollen, Absuche eines größeren Objekts nach Alarmauslösung, Aufbau technischen Geräts mitten in der Pampa (dann mit Lampe im Mund, weil ich Dödel meine Backup-Lampe auf der Dienststelle liegen gelassen hatte). Wirklich Hochstress hatte ich dabei natürlich keinen und kann daher nur eingeschränkt von meinen Erfahrungen berichten. Nach nur kurzer Eingewöhnungszeit ging die Bedienung ganz locker und intuitiv von der Hand - vor allem eben einhändig - und ich hatte immer genau so viel Licht, wie ich gebraucht habe. Eine besondere Hitzeentwicklung habe ich dabei nicht festgestellt.

Das ist aber eben nur mein erster Eindruck - der kann sich noch ändern, wie ich bei der Eden TDL25 ja leider feststellen musste.

Meine Hände haben etwa Handschuhgröße 10 und mir liegt die Lampe sehr gut in der Hand. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei kleineren Händen nicht ganz so angenehm ist.



An dieser Stelle wird in ein paar Wochen ein ausführlicherer Erfahrungsbericht folgen, wenn ich mal ein paar Akkuladungen durch habe.
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (13. September 2020, 10:29)


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Sonntag, 13. September 2020, 10:25

Platzhalter für ggf. weitere Fotos und Erfahrungen in naher Zukunft
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (13. September 2020, 10:30)


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Sonntag, 13. September 2020, 10:44

Moin Lichtschalter,

Klasse Review und hervorragende Bilder! Vielen Dank für Deine Mühe und vor allem die in-Hand-Bilder.

Als Nutzer der TA30 Gen1 seit der ersten Stunde ist mir das Bedienkonzept bekannt. Die Generation 2 und Operator waren mir einen Neukauf nicht wert. Der Umstieg auf 21700 Akkus bringt nun aber ein paar Vorteile mit sich, sodass ich wirklich am überlegen bin, mir die Lampe zu bestellen. Sichereres Handling durch die Größe, der große Akku und der doppelte Lichtstrom im Vergleich zur Gen1 sind schon verlockend.

Danke Dir! Freue mich bereits jetzt auf weitere Eindrücke aus der Praxis.

Edit: Hast Du vor, Dir den FR2 Ring dazu zu bestellen? (da ja auf die Lampe kein Switchback passt).
two is one, one is none

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Idox« (13. September 2020, 11:32)


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Sonntag, 13. September 2020, 13:18

Danke für die Rückmeldung, Idox! Ob das Upgrade sich lohnt, kann ich dir nicht unbedingt beantworten. Als EDC-Lampe ist die TA30 in der normalen, kleineren Ausführung vermutlich besser geeignet. Während des Schreibens habe ich mir im Übrigen gewünscht, man hätte die Lampe TA35 o. ä. genannt - das hätte einige Formulierungen besser gemacht ;)

Ob von den 2100 Lumen im Laufe der ersten Minuten viel übrig bleibt, weiß ich leider nicht. Die Lampe dürfte aber recht schnell runterregeln, könnte ich mir vorstellen.

Der FR2 überzeugt mich nicht, da er eben nur geclippt wird. Und da der Clip anders als bei der kleinen TA30 nicht mehr von der Endkappe überdeckt wird (wie in deinem Review gut zu sehen ist), sondern komplett frei liegt, dürfte das nicht sehr langlebig sein.
"Having a suitable light is analogous to being able to change the weather."
--- Andy Stanford, Fight at Night

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »derLichtschalter« (13. September 2020, 13:20)


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