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Dienstag, 11. Juni 2019, 02:31

Waschen und Pflege von "taktischer" Bekleidung

Hallo Zusammen!

In dem ein oder anderen Thread wurden ja bereits verschiedene Aspekte dazu angeschnitten.

Z.B. die IR Problematik bei Tarnkleidung mit verschiedenen Waschmitteln und das Fazit war in etwa, dass man entweder auf Waschmittel verzichten sollte oder zumindest mit Waschmittel für dunkles waschen sollte.

Ich hab angefangen meine Tarnklamotten bei denen ich auf die Tarnwirkung Wert lege einfach ohne Waschmittel bei 30 oder 40 Grad zu waschen.

Was gibt es sonst noch zu beachten? Pflegt ihr eure Tarn- / Taktische Bekleidung anderweitig besonders? Welche Tipps und Tricks gibt es dazu?

Danke und Gruß!

Red Bull

strcat

Super-User

Wohnort: Nähe Regensburg

Beruf: 'türlich doch.

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2

Dienstag, 11. Juni 2019, 03:32

Ich überflieg kurz das Etikett, stopf sie in die Waschmaschine und fertig. Das mit dem "Kein Waschmittel weil sonst nix mehr mit IR!" is in etwa sowas wie "Essbesteck der BW aus Alu ist giftig". Alle sagen es, aber keiner hat irgendwelche Beweise oder Fakten dazu. Ich will auch gar nicht wissen wie die Dinger in der Feldwäscherei behandelt werden.
What if when you die they ask: How was heaven?

3

Dienstag, 11. Juni 2019, 08:41

Ich nehm immer flüssiges Waschmittel für Dunkles, hab dabei noch nicht erlebt das die IR-Signatur signifikant schlechter wird.
Bei Waschpulvern Marke "Weißer Riese" sollen im Pulver Aufheller und entsprechende Partikel sein. Wenn die nicht richtig ausgewaschen werden und in der Wäsche hängen bleiben, kann ich mir schon vorstellen das die leuchten.
Da müsste man aber sehr viel Pulver nehmen.

Ich nehme zusätzlich immer ein Waschprogramm, bei dem die Maschine extra viel Wasser verwendet, um Rückstände besser auszuspülen.

btw fängt die Untergrenze brauchbarer Wärmebildgeräte für Zivilisten heute bei ca. 600 € an (FLIR Scout TK). Für einen Tausender mehr gibts schon was richtig gutes und von den Profigeräten fürs Militär und Behörden will ich gar nicht erst reden.
Das Problem ist jetzt schon ein anderes als die Frage, ob man nach dem Waschen evtl. eine höhere IR-Signatur hat.

Wohnort: Palz

Beruf: Reinigungsfachkraft

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4

Dienstag, 11. Juni 2019, 09:07

Servus zusammen.
Taktische Bekleidung wird nicht gewaschen!
Das höchste der Gefühle ist das Spülen im Gewässer (Bach oder See) ohne Zusätze.
Eigene Tests mit einer guten Röhre haben schon deutliche Unterschiede im Bereich von Restlichtverstärkern gezeigt.
Mittlerweile sind in fast jedem Reinigungsmittel Aufheller oder zumindest Bleichmittel enthalten.
Bei häufigerem Waschen sammeln sich immer mehr dieser Partikel im Textil und diese reflektieren dann das vorhandene Restlicht eben besser.
Die Wärmesignatur wird mE durch das Waschen nicht verändert. Da sind eher wärmeschirmende Elemente (wie Dichte und Ausführung des Füllmateriales) von Bedeutung.
Bsp.: Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich mit freiem Oberkörper oder mit einer Jacke eines Kärntner Premium-Herstellers gescannt werde.

5

Dienstag, 11. Juni 2019, 09:16

Auf links drehen und 40 grad Buntwäsche.

DWH

strcat

Super-User

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Beruf: 'türlich doch.

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6

Dienstag, 11. Juni 2019, 11:18

Servus zusammen.
Taktische Bekleidung wird nicht gewaschen!
Das höchste der Gefühle ist das Spülen im Gewässer (Bach oder See) ohne Zusätze.

öh.. nein. Das mag bei Paintballeinzelkämpfern und Couchgenerälen in der Theorie so funktionieren, ist aber komplett realitätsfremd. Trag mal bei 30C und 60% Luftfeuchtigkeit eine Feldbluse 10h, davon 6h unter dem Plattenträger. Und das sechs Monate lang und wir reden weiter. Im Feldlager wird Bekleidung im Wäschenetz abgegeben und in zusammen mit anderen in 25kg Maschinen im Waschgang "Wird schon sauber!" gewaschen (auch die Fernspäher damals, KSK oder 3402er gaben bzw. geben dort ihre Kleidung ab).

Zitat

Eigene Tests mit einer guten Röhre haben schon deutliche Unterschiede im Bereich von Restlichtverstärkern gezeigt.
[..]
Bei häufigerem Waschen sammeln sich immer mehr dieser Partikel im Textil und diese reflektieren dann das vorhandene Restlicht eben besser.
Die Wärmesignatur wird mE durch das Waschen nicht verändert. Da sind eher wärmeschirmende Elemente (wie Dichte und Ausführung des Füllmateriales) von Bedeutung.
Bsp.: Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich mit freiem Oberkörper oder mit einer Jacke eines Kärntner Premium-Herstellers gescannt werde.

Mit welcher Röhre genau? Bilder dazu?
What if when you die they ask: How was heaven?

Wohnort: Palz

Beruf: Reinigungsfachkraft

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7

Mittwoch, 12. Juni 2019, 09:52

@scrat: Danke für das Kompliment... :thumbdown:

In meinen Augen wäre das eine Frage der Definition von taktischer Bekleidung. Was Du beschreibst mag für den Einen oder Anderen taktische Bekleidung sein. Für mich wäre das eher unter den Begriff "Uniform" zu subsumieren.
Der Threatstarter hat für mein Verständnis nach expliziter Tarnkleidung gefragt, welche mE nicht dauerhaft zum Einsatz kommt und somit wäre auch meine Ausführung (für mich, muss ja nicht jeder so sehen) richtig.
Gerade der "Naturgeruch" ist im Zusammenhang mit Wildtieren und/oder Hunden durchaus wichtig. Wenn Dir mal ein Eichhörnchen über den Rücken läuft, weisst Du, dass Du alles richtig gemacht hast. :thumbsup:

Zu Deiner Frage 2: Der Test wurde mit Thales, Lucie Gen. 4+ - Röhre vor etwa fünf Jahren durchgeführt. Bilder gibt es keine.

8

Mittwoch, 12. Juni 2019, 10:12

Hallo!

Ich wusste das dieser Faden interessant wird ;)
Danke schon mal für die ganzen Antworten!

Kurzer Einwurf: Mir ging es per se um alles was irgendwie ins Spektrum von „taktischer Bekleidung“ geht. Also von
mir aus von der einfachen 5.11 über Uniformen und von mir aus auch über Ghillies.
Wäre halt mal interessant, wie ihr das so handhabt.
Gibt viele Gerüchte dazu, viel Gerede aber mich interessiert eben wie es dann tatsächlich in der Praxis aussieht.

Beste Grüße!

strcat

Super-User

Wohnort: Nähe Regensburg

Beruf: 'türlich doch.

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9

Mittwoch, 12. Juni 2019, 14:17

Wieso sollte ein Wildtier oder Diensthund keine Witterung aufnehmen können, wenn man eine - übertrieben formuliert - 128x durchgeschwitzte und seit zwei Jahren nicht gewaschene Bekleidung trägt? Tarn-/Einsatzbekleidung zieht man vor dem Einsatz an und danach wieder aus und das kann so zwischen 2-96+ Stunden alles sein. Tarnbekleidung gut und recht, aber man trägt diese nicht ohne zusätzliche Ausrüstung (Plattenträger, Gerödel, Rucksack, ..) und da schwitzt man zwangsläufig. Spätestens wenn man weiße Schweißflecken auf den Klamotten sieht, ist auch mit der Tarnwirkung nix mehr.
In der Theorie magst Du recht haben, aber in der Praxis sieht es komplett anders aus. Da wird das Zeug im Wäschesack zur Wäscherei gebracht (im Feldlager) und daheim wie Jaws..Der weisse Hai schon gesagt hat, einfach bei 40 Grad gewaschen. Ich lass den Weichspüler weg und lass danach noch einen Spülgang so durchlaufen, damit die Waschmittelreste rausgespült werden (wurde mir mal so von einem Hersteller (Bergans oder Arc'teryx glaub ich) empfohlen).
Meinen Ghillie von damals hab ich einem guten Freund vermacht, der ihn u. a. zur Krähenjagd einsetzt; wurde jetzt seit ~2000 nicht gewaschen und hat das auch nicht nötig.
What if when you die they ask: How was heaven?

Wohnort: Steiermark/Österreich

Beruf: Servicetechniker

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10

Mittwoch, 12. Juni 2019, 14:32

Ok, waschen ist für mich klar:
So wenig wie irgend möglich Waschmittel / keine Weichspüler verwenden, danach nochmals einen Waschdurchgang nur mit Wasser.

Aber nun meine Frage:
Kann man irgendwie den Stoff IR nachimprägnieren?

ZB mit einer Art Spraydose?
Vergiss nie Deine Träume, sie könnten wahr werden (Hans Theessink)

11

Mittwoch, 12. Juni 2019, 14:41

wichtig! Colorwaschmittel nehmen. Andere haben Bleiche drin.

Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, der wird für jene pflügen, die dies nicht getan haben.

“We must reject the idea that every time a law’s broken, society is guilty rather than the lawbreaker. It is time to restore the American precept that each individual is accountable for his actions.” -- Ronald Reagan

12

Mittwoch, 12. Juni 2019, 18:59

Trage beinahe ausschließlich 5.11. Kleidung welche aus "Sicherheitsgründen" normal mit 30 Grad und aufgrund der geringen Temperatur mit Desinfektionsmittel gewaschen wird.
Außer einem kurzärmeligen Hemd mit einer speziellen Faser, welches im Lauf der Zeit ein paar Löcher bekam, gab noch nie Probleme damit.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bergmann« (12. Juni 2019, 19:00)


13

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19:08

Ich wasche Tarnklamotten ebenfalls mit Buntwaschmittel bei 40 Grad - Verfärbungen habe ich nicht gehabt bisher...

goblin

suum cuique

Wohnort: südl. BrBg

Beruf: Techniker

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14

Mittwoch, 12. Juni 2019, 22:58

In einer Zeit wo zunehmend primär Wärmebildtechnik eingesetzt wird, ist das Thema IR-Reflektion sowieso Schnee von gestern.

Gruß Thomas
"Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht."

15

Donnerstag, 13. Juni 2019, 07:48

Wichtiger Hinweis, Revierler, gerde nei moderneten westlichen Sachen! :thumbup:

Währen mein uralter Kongo-Tarn unzählige Wäschen ohne nennenswerzes Verbleichen überstanden hat, ist insbesondere mein Wander-ATACS mit der Zeit deutlich heller geworden, Köhler mehr als Propper...

16

Donnerstag, 13. Juni 2019, 08:17

In einer Zeit wo zunehmend primär Wärmebildtechnik eingesetzt wird, ist das Thema IR-Reflektion sowieso Schnee von gestern.

Mal kurz interessehalber: Hat schon mal jemand ausprobiert wie auf größere Entfernung (> 100 m) die Wärmesignatur ist, wenn man einen Poncho trägt bzw. sich mit einem Poncho zudeckt?
Besonders würde mich das beim alten BW Poncho (aka "Elefantenhaut") interessieren.

17

Donnerstag, 13. Juni 2019, 09:49


Gerade der "Naturgeruch" ist im Zusammenhang mit Wildtieren und/oder Hunden durchaus wichtig.



Zum Rest habe ich nichts zu sagen, weil ich mich damit nicht auskenne, aber DAS ist (sorry) kompletter Unsinn!

Im Gegenteil!
Würden wir es schaffen, durch starken künstlichen Geruch den menschlichen Geruch zu neutralisieren oder zu überdecken, wäre das in diesem Zusammenhang GUT.
Suchhunde und andere auf finden von Menschen trainierte Hunde suchen explizit den Geruch "Mensch", nicht wie hier scheinbar vermutet einen "auffälligen" Geruch.

suomi70

TF, was sonst?!

Wohnort: Schweiz

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18

Donnerstag, 13. Juni 2019, 22:26

Hallo

Da stimme ich @Markus SQ247 zu 100% zu.


Gruss

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

19

Donnerstag, 13. Juni 2019, 23:33

Kleine Ergänzung aus der Praxis:
Ich habe bei Prüfungen sehr bewusst stark nach Kunststoff riechende Planen verwendet und darunter liegend zusätzlich beim ausatmen in wasserdichte Packsäcke geatmet.
Unsichere Hunde habe ich damit tatsächlich aus dem Konzept gebracht, bei ihnen hat das zu deutlich erkennbaren Meideverhalten geführt. Ungeübte Hundeführer, die das Meideverhalten ihrer Hunde nicht erkannt oder falsch gedeutet haben, konnten mich dadurch nicht finden.

Als Trick für eine geplante Flucht würde ich das aber nicht empfehlen, in der Regel findet man so unsichere Hunde (LEIDER) bei diversen Rettungshundestaffeln, sehr viel seltener im dienstlichen Bereich ;)
Liegt auch an der Motivation...Täter stellen, verbellen und (wenn es ganz lustig wird) packen ist halt ein paar Nummern größer als ein Leckerli (nur mal ein Seitenhieb ins Leere, der nur dazu dient, meinen seit mittlerweile Jahrzehnte andauernden Frust über die schlechte "Hausmütterchen"-Ausbildung abzulassen).

:rolleyes: ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Markus SQ247« (13. Juni 2019, 23:41)


suomi70

TF, was sonst?!

Wohnort: Schweiz

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20

Samstag, 15. Juni 2019, 14:20

Servus @Markus SQ247

Danke für deine Ergänzungen.
Ist sie Ausbildung nur bei den privaten Organisation schlechter geworden?

LG

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

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