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Tactical Bär

Anfänger

  • »Tactical Bär« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Bamberg

Beruf: Maschienen und Anlagenführer

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1

Samstag, 3. Juni 2017, 20:39

Hilfe beim zusammenstellen eines erste Hilfe Sets bzw.IFAK

Servus Gemeinde. :)
Ich möchte mir ein IFAK zusammenstellen,hauptsächlich zum Enduro fahren aber auch als EDC am Rucksack.
Als Tasche hab ich die kleine Condor EMT ripp away.
Was gehört alles in so ein Set?Was kann ich mir sparen?
Ich hab noch eine abgelaufene Israeli Bandage zum üben zuhause.Bin beeindruckt von der Vielseitigkeit der Bandage,gibt es gleich-oder höherwertige Alternativen ohne den sperrigen Kunststoffdruckaplikator?Was haltet ihr von Celoxmull.

Ich bin für jeden Tipp dankbar.
Schönes Wochenende.

strcat

Super-User

Wohnort: Nähe Regensburg

Beruf: 'türlich doch.

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2

Samstag, 3. Juni 2017, 21:03

Hi,
was ich auf jeden Fall nicht mitnehmen würde, wären rezeptfreie Schmerztabletten wie Voltaren oder IBU; die werden zwar immer empfohlen, aber helfen letztendlich nur gegen leichtes Halsweh oder ähnliche Wehwehchen.
Ich hab folgendes im erste Hilfe EDC:
- 2 x 4 Wundnahtstreifen 76mm
- Burn Aid Burn Gel
- Liquid Skin
- Tape
- Sterilium Tissue
- Afterbite (gegen alle möglichen Arten von Insektenbissen/Stichen)
- 4x Kompressen 5x5cm
- 2x Kompressen 10 x 10cm
- 1x CAT
- Wundpuder
- Dreiecktuch
- Rettungsdecke
- Handschuhe, Sicherheitsnadeln, Pflaster, Pinzette und Skalpellklinge.
What if when you die they ask: How was heaven?

Manix

Member of

Wohnort: Berlin

Beruf: Desk Jockey

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3

Samstag, 3. Juni 2017, 21:25

Augentropfen.

Am besten die portionierten Ampullen aus der Apotheke zum Augen befeuchten. Wenn man was ins Auge bekommt, was beim Fahren mit dem Zweirad gern passiert, sind diese Teile super. Einfach das Auge damit unter Wasser setzen und z.B. die Eintagsfliege rausspülen. Ich bin auch immer mit einem ziemlich fetten IFAK unterwegs, aber die Augentropfen stehen auf der Benutzungsliste ganz vorn.

Vielleicht noch ein paar Paracetamol, Tampons und ganz wichtig: Traubenzucker. Meine Tochter ist letztens beim Radfahren aus den Latschen gekippt und da war ich froh, Traubenzucker dabei zu haben.

Der Rest wurde bereits genannt.

Manix
Messer sind gefährlich. Aber in den richtigen Händen sind sie ein ständiger Quell der Freude und Erbauung.

4

Samstag, 3. Juni 2017, 22:00

In dem Condor- Pouch hast du einiges an Platz. Gleichzeitig sind die Verletzungsmuster beim Motorradfahren recht speziell. Weiters gehe ich davon aus, dass einerseits du adäquat bekleidet bist und im Fall der Fälle anderen damit helfen würdest.

Von der Isi- Bandage würde ich für deine Neigungsgruppe die finger lassen, ihre Stärke liegt bei kleinflächigen vergleichsweise stark blutenden Wunden. Beim Motorradfahren hat man es eher mit vergleichsweise großflächigen stark verunreinigten Schürfwunden zu tun. Speziell wenn man sich nicht mit 300 km/h um eine Leitplanke wickelt. Ich würde das Hauptaugenmerk also auf große, nicht besonders stark blutende Wunden legen:

- Splitterpinzette
- Wundauflagen 10x10cm, metallisiert (!!!)
- Fixierbinde (Peha-Haft etc)
- Leukoplast
- 2 - 3 Rettungsdecken (auch als Wundauflage bei wirklich großflächigen Schürfwunden)
- evtl 1 - 2 SAM- Splints
- Verbandschere (robust, im Fall der Fälle solltest du damit jemanden aus seiner Montur schälen können)
- Faceshield
- 3 - 4 Paar Handschuhe (zu viele gehen fast nicht, ein Paar geht kaputt, 1 oder 2 Helfer,...)
- Wundpflaster (nicht die vorgeschnittenen Streifen sondern die Meterware)
- 1 - 2 Dreieckstücher

Wunddesinfektion würde ich weglassen weil
a) entweder die Wunde ist so groß, dass sie ärztliche Behandlung erfordert, dann sollte sie möglichst im Urzustand belassen werden
b)oder sie ist so klein, dass das nicht nötig ist, dann ist auch eine umfangreiche Desinfektion nachrangig.

Ein TQ würde ich auch eher weglassen, zur Not kannst du mit einem Dreieckstuch eines improvisieren, letztere haben aber einfach mehr Anwendungsbereiche.

Steristrips, Wundpuder etc. würde ich auch weglassen, Begründung wie bei der Wunddesinfektion.

5

Samstag, 3. Juni 2017, 22:13

Das Thema ist quasi uferlos und stark von deinen persönlichen Vorlieben, Fähigkeiten und vor allem dem Szenario abhängig.

Für's Endurofahren (wo Platz und Gewicht nicht so begrenzt sind wie z. B. beim Wandern) wäre ein SAM-Splint eine Überlegung wert. Insbesondere im Hinblick auf potentielle Stürze. Der gehört aber auch zu den Dingen, mit deren Anwendung du dich vor dem Einsatz auseinandersetzen solltest.
Das Thema Enduro und entsprechende (leichte) Stürze weitergesponnen: chemische Kühlpads, (Wund)desinfektionsmittel und ein paar Verbandpäckchen nach Wahl (klassisch, Forst, Israeli, was auch immer). Ggf. ein Transport-/ Konservierungsset für ausgeschlagene Zähne.

Kleiderschere / Rescue Hook (stark genug für die Endurokleidung!?) wäre auch eine Überlegung wert.

Was ähnliches wie die Israeli Bandages nur ohne Druckgeber gibt es z. B. hier: http://www.opsbase.de/epages/es121957.sf…roducts/med-084

Celox kann sehr hilfreich sein, aber das Tamponieren von Wunden will gelernt sein! Nicht umsonst schreiben die meisten seriösen Händler: "Celox sollte nur von speziell ausgebildeten oder geschulten Helfern verwendet werden!"

Medikamente würde ich in einem reinen IFAK schon allein aus Platz- und Gewichtsgründen raus lassen. Bei einer Reiseapotheke sähe es da aber schon wieder anders aus.

Nicht direkt IFAK, aber ein Handy mit vollem Akku und offline-Karten zur genauen Bestimmung des Notfallorts ist meiner Meinung nach ebenfalls Pflicht.

Mein Tip: Beschäftige dich mit dem Thema Erste Hilfe und besuche entsprechende Kurse. Da merkst du nebenbei ganz schnell was du an Material brauchen kannst und was eher nicht. Denn das Dabeihaben ist hier nur die halbe Miete. ;)
Geht zumindest mir so: nach jeder Schulung wird erstmal die Ausrüstung umgekrempelt...

Minimalausrüstung, ergänzt je nach Bedarf:

Verbandpäckchen nach Wahl
Rettungsdecke
Dreiecktuch
Einweghandschuhe
Handy
Taschen- / Stirnlampe (falls nicht eh schon dabei)

Edit: theBrain war schneller...

Edit2: für die oben erwähnten großflächigen Schürfwunden wäre ein (metalines) Brandwundenverbandtuch erwägenswert. Nimmt aber leider einiges an Platz in Anspruch...

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »eisbaer« (3. Juni 2017, 22:18)


6

Samstag, 3. Juni 2017, 22:39

Die Stirnlampe habe ich doch glatt vergessen... Schande über mich.

Noch eine Ergänzung zu meiner Zusammenstellung: Ich gehe bei meiner Zusammenstellung von a) großflächigen aber relativ oberflächlichen Schürfwunden, b) stumpfen Traumata von Knochen und/oder Gelenken sowie c) Schädel- Hirntraumata aus.

Das bedeutet es gilt Blutungen zu stillen und abzudecken, Extremitäten ruhigzustellen und mit den Folgen von SHT klarzukommen (Ohnmacht, HWS- Verletzungen,...).

Basics:
- Splitterpinzette
- 2 - 3 Rettungsdecken (auch als Wundauflage bei wirklich großflächigen Schürfwunden)
- Verbandschere (robust, im Fall der Fälle solltest du damit jemanden aus seiner Montur schälen können)
- 3 - 4 Paar Handschuhe (zu viele gehen fast nicht, ein Paar geht kaputt, 1 oder 2 Helfer,...)
- Wundpflaster (nicht die vorgeschnittenen Streifen sondern die Meterware)
- Stirnlampe

für a) das Folgende:
- Wundauflagen 10x10cm, metallisiert (!!!)
- Fixierbinde (Peha-Haft etc)
- Leukoplast

für b) zusätzlich
- 1 - 2 Dreieckstücher
- evtl 1 - 2 SAM- Splints
- Coolpack
in Verbindung mit
- Fixierbinde (Peha-Haft etc)
- Leukoplast

und für c)
- Faceshield
- HWS- Schiene
- Handy für Notruf

Einen EH- Kurs (vielleicht sogar mit Schwerpunkt Motorrad) zu absolvieren ist jedenfalls sinnvoll. Ob die HWS- Schiene für einen Laien sinnvoll ist, darf durchaus hinterfragt werden, wenn du damit nicht wirklich vertraut bist, kannst du da mehr kaputtmachen als helfen...

Tactical Bär

Anfänger

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Wohnort: Bamberg

Beruf: Maschienen und Anlagenführer

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7

Samstag, 3. Juni 2017, 23:48

Danke für die vielen Antworten.

Ein KFZ Erste Hilfe Paket hab ich immer unter der Sitzbank dabei.Ich brauche etwas für starke Blutungen.Ich musste die Erfahrung machen ;( .Ich war mit vier Kumpels auf Kroatien im Gelände unterwegs und meinem Kolegen rutschte das Hinterrad weg.Er stürtze und hatte sich an einem scharfkantigem Felsen Das Bein aufgeschnitten,ca.eine Hand breit über dem Knieprotektor,die Wunde hatte ausgefranste Ränder und hat aber zuerst nicht stark geblutet,wegen des Schocks,aber dann ging es los und er ist vom Schock oder Blutverlust fast ohnmächtig geworden bis der Rettungshubschruber kam.

Bei der Condor EMT handelt es sich um die lite Version.Viel kleiner aber in coyote am Rucksack wirklich noch EDC fähig.

8

Sonntag, 4. Juni 2017, 00:35

Naja, in so einem Fall dann entweder der klassische Druckverband, die Israeli Bandage oder eben das Tourniquet.
Von letzterem gibt es diverse Ausführungen, das CAT scheint sich aber weitgehend durchzusetzen.

Edit: Aber auch hier nochmal der Hinweis auf's Training. Druckverband anlegen bzw. Handhabung der Israeli Bandage sollte geübt sein.
Ebenso das Erkennen eines Volumenmangelschocks und die richtige Reaktion bzw. Lagerung des Patienten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »eisbaer« (4. Juni 2017, 00:40)


suomi70

TF, was sonst?!

Wohnort: Schweiz

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9

Freitag, 11. Mai 2018, 15:54

Hallo zusammen

Ich suche für den Dienst und eine mehrmonatige Ausbildung. Eine kleine erste Hilfetasche. Leider bin ich da ein Anfänger. Oder besser gesagt, ich habe mir bis jetzt noch keine grossen Gedanken darüber gemacht.
Auf Mann sind immer 2 Paar Erstehilfe-Handschuhe und ein Beatmungstuch. Jedes Jahr machen wir den BSL-Refresherkurs.
Was haltet Ihr davon, oder lieber selber ein packen?

https://www.blueforcegear.com/micro-trauma-kit
https://www.blueforcegear.com/trauma-kit-basic

https://store.itstactical.com/its-eta-tr…uch-fatboy.html

http://www.mbs-medizintechnik.com/tt-ifa…2-gefuellt.html

http://www.vikingtactics.de/Notfallmediz…IFAK-klein.html

Danke für eure Ratschläge.

Beste Grüsse

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

10

Freitag, 11. Mai 2018, 16:30

Kommt ein wenig auf Deine Ansprüche an. Wichtig wäre zu wissen, für welche Situationen Du die Tasche (bzw. das Material) brauchst, wie abgeschieden Du bist (sprich: wann ich professionelle Hilfe da?) und wie Du den kram trägst (am Gürtel? Im Rucksack? Im Auto? Am Plattenträger?)...

suomi70

TF, was sonst?!

Wohnort: Schweiz

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11

Freitag, 11. Mai 2018, 17:21

Guten Abend @SNAFU

Habe ich glatt vergessen. Normal für den Dienstgürtel (neu ein BattleBelt) und in der Ausbildung, kombiniert mit einer taktischen Weste. Im Dienst mit Pistole, je nach Einsatz noch eine Langwaffe. In der Ausbildung Kurz - und Langwaffe.


Gruss

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

12

Freitag, 11. Mai 2018, 18:27

Dann wäre meine persönliche (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Empfehlung:
- Tourniquet
- Israeli Bandage
- Schusspflaster
- Rettungsdecke
- Gummihandschuhe
- Paar Pflaster (bei mir primär, weil ich es vermeiden will im Dienst mit irgendwelchen noch so kleinen offenen Wunden grade an den Händen rumzulaufen)
- Rettungsschere

Bei allem gilt natürlich: Nur einpacken, wenn Du auch daran geschult und trainiert bist.

Als Tasche kann ich aus eigener Nutzung folgende Empfehlen:
http://www.tacwrk.com/tasmanian-tiger-ifak-pouch-black-22889
und
http://www.tacwrk.com/511-tactical-ucr-i…uch-black-21441
Die von TT ist deutlich Flacher und wäre für den Battle Belt ganz praktisch, weil Du den Inhalt mit einem Handgriff rausziehen kannst. Gibts auch noch in einer Stufe kleiner, dann müsste das Toruniquet aber seperat befestigt werden.
Das von 5.11 ist deutlich tiefer, trägt also mehr auf.

Gibt da aber jede auch Menge anderes Brauchbares auf dem Markt.

Gruß,
SNAFU

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SNAFU« (11. Mai 2018, 18:29)


deus xuíz

Only Infi kills White Walkers!

Wohnort: Waldviertel/NÖ

Beruf: halber Wolf

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13

Freitag, 11. Mai 2018, 19:23

Eine Rolle Isolierband!
Es ist klein, leicht, ersetzt eine Menge Pflaster und der Kleber ist der selbe wie in der Medizin, also hat es eine Wundschliesende Wirkung! ^^

widhalmt

Der root allen Übels

Wohnort: Salzburg, Austria

Beruf: Open Source Software Senior Consultant

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14

Donnerstag, 17. Mai 2018, 22:46

Vorsicht mit dem isolierband! Da gibt's wohl unterschiedliche Kleber. Ein Bekannter hat, laut Arzt, auf den Kleber so übel reagiert, dass er kollabiert ist.

Was ich immer dabei habe und das, nach entsprechender Schulung auch empfehlen würde:

* mind. 3 Paar Einmalhandschuhe
* Beatmungstuch
* Pflasterstreifen zum Selberschneiden (nicht ganz so wichtig)
* Verbandpäckchen (bei mir meist Uriel, sonst Olaes, Israeli oder einfach welche aus der Apotheke)
* Was zum Abbinden (Bei mir ein SOFTT Toruniquet (entweder W oder NH), aber das ist zugegebenermassen leicht durch Dreiecktuch oder so zu ersetzen)
* Was zum Notieren, wann abgebunden wurde (Edding, Sharpie)
* Gurtschneider
* Glasbrecher

Wenn ich mehr Platz habe, von dem einiges auch einfach praktisch ist:

* Rettungsschere
* Steristrips
* Rettungsdecke
* Extra Verbandpäckchen
* Kühlbandagen
* Ibuprofen
* Traubenzucker
* komprimierte Gaze
* Desinfektionsmittel
* Blasenpflaster

Was ich nicht habe aber empfehlen kann:

* Sam-Splint
* Wendl-Tubus (nur mit entsprechender Ausbildung)

Noch ein Wort zum Tourniquet, Celox und Tubus: Ohne Ausbildung sollte man sich gut überlegen, ob man es überhaupt einpackt. Viel zu gross ist die Versuchung, es doch mal anzuwenden, wenn man mal voller Adrenalin und Blut ist. In meiner Ausbildung hiess es noch, abgebunden wird eigentlich gar nicht, wir lehren das nur mehr theoretisch. Das hat sich in den letzten Jahren stark geändert, Aber immer noch gilt, unsachgemäss kann man mit Abbinden, Tourniquet und Tubus verdammt viel kaputt machen. Inkl. eigentlich rettbare Gliedmassen so schädigen, dass sie abgenommen werden müssen oder jemand, der eigentlich nicht in Lebensgefahr ist, umbringen. Gerade Celox oder andere hämostatische Präparate können durchaus fatale Folgen haben. Das Problem ist halt, dass man die Anwendung dieser Sachen auch nicht in einem etwas längeren Erste-Hilfe-Kurs lernt, sondern da schon etwas spezialisiertere Ausbildungen besuchen muss.

Daher kurz und knapp auch von mir: Ausbildungen machen und dann das Zeug mitnehmen, auf dem man ausgebildet wurde.

suomi70

TF, was sonst?!

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15

Mittwoch, 23. Mai 2018, 12:42

@SNAFU, @deus xuíz und @widhalmt

Danke für eure Tipps und Erfahrungen. Werde mir eine Tasche zusammenstellen.
Ja Schulung, ist in diesem Bereich wichtig.
Unsere Ausbildner (Arzt oder Rettungssanitäter) erklärten, dass man mit dem Abbinden (Zuviel druck) unterumständen mehr beschädigen kann.
Bin mir nicht mehr ganz sicher, in der Ausbildung wurde uns die NATO-Seitenlage neu beigebracht. Diese war angeblich nach einer Studie entwickelt worden. Da viele im Gefecht (Afghanistan und Irak) verwundete Soldaten, Durchblutungsstörungen hatten (falsche Lage, druck durch die Schutzweste).


Beste Grüsse

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

16

Mittwoch, 30. Mai 2018, 12:27

Das mit dem Schaden anrichten beim Abbinden (vorwiegend mit ungeeignetem Material) ist so eine Sache: Ja, es ist eine vergleichsweise invasive Maßnahme, die mit einem gewissen Restrisiko behaftet ist. Gleichzeitig gibt es für nichtärztliche Helfer (Sanitäter, sonstige Ersthelfer,...) klare Richtlinien, wann abgebunden werden kann bzw. sollte. Im Detail mögen die sich dann unterscheiden, aber im Großen und Ganzen geht es um folgende Verletzungsmuster:
schwere, potentiell lebensbedrohliche Blutung(en), die
  • anders nicht (schnell genug) unter Kontrolle gebracht werden kann
  • nicht erreichbar sind (eingeklemmtes Unfallopfer,..)
  • zu großflächig sind um mit konventionellen Methoden gestillt zu werden
  • Folge einer traumatischen Amputation sind.


Bei 4- bis 5- stelligen Fallzahlen konnten in einer Studie die an Verwundeten US- Soldaten in Irak und oder AFG keine Fälle festgestellt werden, wo eine Amputation erst durch ein unnötig oder falsch angelegtes TQ nötig wurde. Korrekt angewendet kann ein TQ Leben retten, die anders kaum zu retten wären. Das bedeutet aber, dass der Anwender damit umgehen können muss, weiß, wann es wo wie eingesetzt werden kann und im Einzelfall die Beurteilung der Indikation macht.

Die Probleme bei Abbindungen kommen in 99% der Fälle bei improvisierten Abbindern vor, wo dann die berühmte Wäscheleine, ein Stück Draht oder sonstiges, meistens zu dünnes Material verwendet wird, das dann einschneidet. Weiters sollte man sich im Klaren sein, dass ein korrekt angelegtes TQ innerhalb kürzester Zeit saumäßig weh tut. Das ist so und man darf sich dann keinesfalls dazu hinreißen lassen, das TQ zu lockern. Gelockert darf es erst werden, wenn die Wunde anders versorgt wurde, was ich Fachkräften (Sanitätern, evtl sogar erst im Spital) überlassen würde. Bis zu 2h kann eine Gliedmaße abgebunden bleiben, ohne dass mit bleibenden Schäden zu rechnen ist (von etwaigen Vorerkrankungen bzw dem Unfallgeschehen abgesehen).

Wann ist ein TQ jetzt richtig angelegt?
Wenn
  1. die Blutung gestillt ist
    UND
  2. distal der Abbindung kein Puls mehr ertastbar ist.

suomi70

TF, was sonst?!

Wohnort: Schweiz

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17

Donnerstag, 31. Mai 2018, 17:23

Hallo @theBrain

Dank für deine hilfreichen Ausführungen.
Besser etwas machen, als gar nichts. Schlimmer ist es, keine Hilfe zu leisten und wen es nur ein Telefon (zumutbar) an die Notrufzentrale (nicht im Gefecht).
Die Erstehilfe ist so eine Sache, man befasst sich zuwenig, erst wenn man sie braucht, merkt man es.
Darum finde ich die jährlichen Refresher gut. Vor allem CPR an der Puppe, wo man sieht ob man richtig drückt und genug Luft weiter gibt.


LG

suomi70
„Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“

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