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61

Freitag, 22. Januar 2016, 13:18

In einer größeren Stadt kann es sicher Sinn machen abzuhauen aber je nachdem wie ländlich man wohnt, sollte man meiner Meinung nach in gute Türen und Fester sowie ausreichend Nahrung investieren.

Ich habe mir da auch schon viele Gedanken gemacht aber wirklich das Haus verlassen und alles zurücklassen, puh, das muss gut überlegt sein.

Für den absoluten Ernstfall hätte ich aber einen alten Stollen mit schwerer Tür und dazugehörigem Schlüssel ;)
Wirklich wonhlich ist es da allerdings nicht...

62

Freitag, 22. Januar 2016, 13:58

Meine Erfahrung ist da genau anders rum.
Wer am Land wohnt und bedroht ist, sollte eher abhauen als ein Stadtmensch (sofern er nicht zu einer klar bedrohten Minderheit gehört, die verfolgt und gejagd wird).

Ich denke da an Wien, wo es keine durchgehenden Fronten geben könnte, weil alle Parteien, die verfeindet sein könnten, aufgeteilt sind.
Hier macht eine Flucht nur Sinn, wenn man in einem Ghetto wohnt, das eigentlich von den Feinden kontrolliert wird.
Eine Flucht sieht hier aber anders aus als am Land, weil so eine Flucht innerhalb der Stadt stattfinden kann - also nur ein paar hundert Meter weiter, aber sonst keine Änderung im Tagesablauf, wogegen eine Flucht am Land bedeutet, dass man seine gewohnte Umgebung komplett aufgeben muss.

Kibo...deine Meinung?
Du kennst das Szenario, das ich meine, noch besser.
Ich denke da z.B. an Ahmici 1993.
Definitiv ländlicher Raum, aber Flucht wäre der richtige Weg gewesen.

LG
Markus
Countdown zur SuperKarpata 2019 läuft!
Start ist am 24.5.2019, ich suche noch einen zweiten Fahrer (mit Fahrzeug) und Beifahrer...

63

Freitag, 22. Januar 2016, 16:02

Es kommt auf die Umgebung an. Ich würde auch nicht so leicht aus einer Großstadt verschwinden, es sei denn, ich sehe daß sie eingekesselt wird, da würde ich versuchen auf jeden Fall wegzukommen aber die Frage ist immer, wohin? Wenn ein sicherer Ort in der Nähe ist, dann ist das schon mal gut, jetzt muss ich mir anschauen von wem wird mein Weg, meine Route kontrolliert. Wenn sie vom Feind kontrolliert wird dann ist die Überlebenschance nicht groß, vor allem wenn die Route länger ist. Mit dem Gelände ist es auch nicht anders. Das Gelände kann mir entgegenkommen, kann aber auch mein größter Feind sein. Genauso ist es mit dem Wetter. Es sind schon genug Menschen auf der Flucht erfroren oder haben sich im Gebirge verlaufen, sind abgestürzt usw. Das sind ein paar Punkte, die ich mir vorher gut überlegen muss, was noch dazukommt, ich brauche eine Menge Informationen an die ich als Zivilperson im Kriegsfall nur sehr schwer rankomme darum wäre es nicht schlecht etwas zum "Tauschen" zu haben. Meine Überlebenschancen sind entweder in der Großstadt oder ganz weg aus dem Land in eine Richtung wo noch Friede herrscht.

Menschen auf dem Land haben es in solchen Zeiten sehr schwer da es keine großen Menschenmassen gibt um im Fall eines Angriffs den Feind abzuwehren. Meistens werden sie über Nacht überrannt. Soldaten wissen genau wo etwas zum Essen etc. zu holen ist, deshalb würde ich mich auf dem Land, in einem kleinem Dorf, nicht lange aufhalten. Es müssen nicht immer feindliche Soldaten sein ...

Im Fällen von Ausschreitungen bei Demos oder ähnlichen Ausnahmezuständen würde ich schon gar nicht aufs Land ziehen, man kann dem auch aus dem Wege gehen. Wie Markus gesagt hat, ich brauche einige hundert Meter zu laufen und bin meistens schon in einer sicheren Zone. Bei diesem Wetter würde ich eine Großstadt schon gar nicht verlassen, auch wenn ich eine Super Dooper Ausrüstung habe, denn die Möglichkeit zu scheitern ist sehr groß.

Das sind nur so ein paar Gedanken zu diesem Thema.
vae victis

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kibo« (22. Januar 2016, 16:05)


Benathar

Jäger und Sammler

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64

Freitag, 22. Januar 2016, 18:33

Menschen auf dem Land haben es in solchen Zeiten sehr schwer da es keine großen Menschenmassen gibt um im Fall eines Angriffs den Feind abzuwehren. Meistens werden sie über Nacht überrannt. Soldaten wissen genau wo etwas zum Essen etc. zu holen ist, deshalb würde ich mich auf dem Land, in einem kleinem Dorf, nicht lange aufhalten. Es müssen nicht immer feindliche Soldaten sein ...

Sehr interessante Betrachtung. Dein Szenario geht aber eher von bewaffneten Konflikten größeren Ausmaßes aus, oder verstehe ich das falsch? Bürgerkriegszustände wie aktuell in Syrien zum Beispiel? Wohin sollte man dann in Deinem Gedanken-Szenario als Landvolk flüchten? Wenn alle vom Land in die Städte flüchten, müsste das doch wieder zu extremen Versorgungsproblemen in den Städten führen, oder? Bliebe dann eventuell nur die Möglichkeit möglichst unsichtbar zu sein?

Ich sehe da gerade ein kleines Dilemma: auf dem Land dürfte die Versorgung mit Lebensmitteln einfacher sein bei gleichzeitig geringerem Schutz gegen marodierende Menschen. In der Stadt hingegen ist die Versorgunssituation das Problem, sofern man nicht als z.B. Soldat "von oben" versorgt wird. Bliebe als letzter Ausweg eventuell nur die weitere Flucht ins Ausland?
It is useless for the sheep to pass resolutions in favour of vegetarianism, while the wolf remains of a different opinion.
W. R. Inge

65

Freitag, 22. Januar 2016, 19:46

Ja, meine Erfahrung sind aus einem bewaffneten Konflikt. Deine Frage ist ziemlich einfach zu beantworten. Es kommt darauf an wie die Frontlinie verläuft. Wenn sie 500 Kilometer oder noch weiter weg ist und der Gegner nur sehr schwer oder gar nicht vorankommt dann ist man auf dem Land auch gut aufgehoben, wenn es aber nur ein paar Kilometer sind, dann packen und weg. Eine Großstadt ist nun mal viel schwerer einzunehmen als offenes Gelände. Straßenkämpfe, wo es wirklich von Haus zu Haus geht, können den Gegner zermürben, die Verteidiger sind in so einem Fall immer, oder fast immer, im Vorteil. Auf offenem Gelände kann es passieren daß der Gegner die Linien durchbricht und in nur einem Tag viele Kilometer macht, in einer Stadt, vor allem Großstadt, ist das so gut wie unmöglich.

Zur Versorgung der Großstädte werden oft Korridore geschaffen, man kann aber auch in kleinen Gruppen bei Nacht oder schlechtem Wetter durch sogenannte Schlüpflöcher durch, das sind Stellungen des Gegners die eine Schwäche aufweisen. Oft nimmt man sich dann vom Gegner das, was man braucht und geht wieder zurück. Es ist ein Überlebenskampf bei dem man sich fragen muss, wo ist man besser aufgehoben. Und wie gesagt, Informationen sind sehr wichtig, denn nur wenn ich diese habe kann ich rechtzeitig richtige Entscheidungen treffen.

Man muss sich auch immer die Frage stellen, wenn ich aus der Großstadt abhaue, wer nimmt mich dann auf? Habe ich jemanden auf den ich am Land draußen wirklich zählen kann? Wobei ich ja nicht weiß, wie es dem geht weil auch auf dem Land wächst nichts von alleine.

Für mich ist es klar, entweder in der Großstadt bleiben, wo ich aufgewachsen bin, wo ich jede oder fast jede Straßenecke kenne als raus aufs Land wo ich niemanden habe. Oder eben raus aus dem Kriegsgebiet in eine sichere Zone, ob das jetzt ein anderes Land ist oder eine große Fläche die von eigenen Truppen gut verteidigt wird, macht da für mich keinen Unterschied.

Als Soldat wird man zwar von "oben" versorgt aber es ist nicht immer die beste Versorgung und sie kann auch ausbleiben. Das erste was den Soldaten im Feld einfällt sind Bauernhöfe auf dem es genug essbares gibt. Eine Stadt ist eben schwer zu nehmen und es kann sein daß Napoleon zwar in Moskau einmarschiert aber dort nichts zu essen findet und das Wasser ist vergiftet. Man sollte auch aus der Geschichte etwas lernen. ;)
vae victis

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kibo« (22. Januar 2016, 19:51)


Benathar

Jäger und Sammler

Wohnort: Niedersachsen

Beruf: ja

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66

Freitag, 22. Januar 2016, 20:56

Danke für die ausführliche Antwort, Kibo. Ich habe mich eben nochmal über "Ahmici 1993" schlau gemacht, hatte das Ereignis ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr präsent. Allerdings denke ich, Markus, dass es für so einen Fall doch kaum eine Vorbereitung gibt. Wenn so etwas passiert, ist man glaube ich machtlos und nicht mehr in der Lage, sich durch selbstbestimmtes Handeln zu retten.

Für ein Kriegsszenario oder einen Bürgerkrieg, wie aktuell in Syrien, finde ich Deine Überlegungen sehr plausibel, Kibo, wobei mir aber scheint, dass das eher auf einen jüngeren Mann ohne Familie zugeschnitten ist. Als Familienvater mit der Verantwortung für das Rudel würde ich wahrscheinlich eher nicht durch die feindlichen Linien schlüpfen wollen und mir die benötigten Güter beim Gegner organisieren. ;) Für mich käme dann wohl eher die Flucht in eine (hoffentlich) sichere Zone in Betracht.

Um aber wieder zum fiktiven Ausgangsszenario zurück zu kommen: Was wäre sinnvoll, wenn sich aufgrund der Flüchtlingskrise und irgendeinem Auslöser Unruhen entwickeln würden? Würden diese Unruhen nicht zuallererst die Städte betreffen? Wäre das Land nicht vorerst relativ sicher? Man hätte es ja aller Wahrscheinlichkeit nach mit schlecht bis gar nicht organisierten Gruppen zu tun, deren Bewaffnung zumindest am Anfang ja eher rudimentär sein dürfte: Schlagwerkzeuge, Messer, Macheten, vielleicht die ein oder andere Armbrust.

Ein Wort zum Schluß dieses Beitrages: Mir ist durchaus klar, dass so ein Szenario recht unwahrscheinlich ist. Deutschland ist nicht Bosnien und die Religionskriege bei uns sind seit dem Westfälischen Frieden auch recht selten geworden. In einem der Videos über Ahmici steht aber ein verdatterter (vermutlich britischer) Soldat, der den Satz äußert: "This is Europe 1993, not 1943!" Vielleicht stehen wir ja alle irgendwann auch genauso verdattert da. Keiner von uns hat das Recht auf die Wahrheit der Zukunft... ;)
It is useless for the sheep to pass resolutions in favour of vegetarianism, while the wolf remains of a different opinion.
W. R. Inge

67

Samstag, 23. Januar 2016, 14:09

Familie einsammeln, Haus sichern gegen was auch immer, Eckzähne zeigen und zur Not richtig hart zubeißen ..
Ausbrechen und Flucht erst wenn nichts anderes mehr geht ..
Meine Freunde wissen wo sie mich finden und sind alle selbst fähig die meißten bösen Lagen zu bestehen ..
Da kommen dann schnell einige Personen zusammen, die in der Lage sind eine große Gruppe zu führen, zu versorgen und zu schützen .. Ob dass hilft kann keiner sagen, aber es gibt uns eventuell etwas mehr Spielraum wenn es mal kracht ..
Beste Grüße
scts

68

Samstag, 23. Januar 2016, 14:34

Benathar ich glaube du hast das mit dem, durch die feindlichen Linien schlüpfen, nicht gut verstanden oder vielleicht habe ich mich ja auch falsch ausgedrückt. Im Kriegsfall werden Einheiten gebildet, da kommt oft alles mögliche zusammen, von Milizen, Heer, Polizei, was auch immer. Um das Leben meiner Familie zu schützen würde ich so einer Einheit beitreten und kämpfen, eine erfolgreiche Verteidigung ist anders nicht möglich. Oft werden dann kleinere Einheiten gebildet, meistens zur Aufklärung. Diese Aufklärungseinheiten sammeln Informationen über den Gegner und suchen das schwächste Glied in der Kette. So kommt es dazu, daß man sich vom Feind etwas holt was man braucht, wobei Tauschhandel nicht ausgeschlossen ist, oder man verschafft sich Wege zu eigenen Truppen von denen man Unterstützung, Proviant, Munition etc. bekommt. Das hat in diesem Krieg, in dem Ahmici erwähnt worden sind, funktioniert.

Wer jedoch glaubt daß er alleine, so wie der verwegene Held, in einem Bürgerkrieg überleben kann, der hat sich geschnitten. Wer glaubt daß er neutral bleiben kann, der hat sich auch geschnitten. Ahmici 1993 sind nicht der einzige Beweis dafür, es gibt leider viele solcher Fälle. Ich habe viele ausgebrannte Häuser gesehen und mit Leuten gesprochen die Über Nacht alles verloren haben weil der Gegner angerückt ist und alles angezündet hat, diese Leute sind hauptsächlich vom Land. Traurig sich so etwas anzuhören und anzusehen. In den Städten hat es ganz anders ausgeschaut.

Bei schlecht organisierten Gruppen die hauptsächlich Messer und Knüppel haben, sehe ich für mich keine Probleme. Man muss eben die besseren Argumente haben. ;)
vae victis

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kibo« (23. Januar 2016, 14:41)


balinzwerg

Legion der Verlorenen und Vergessenen

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69

Samstag, 23. Januar 2016, 23:13

Leute ihr bewegt euch weit vom Thema, schaut doch mal was in der Überschrift steht. ;)
T.I.T.A.N #0815 // Kopportunist #0815

70

Sonntag, 24. Januar 2016, 00:45

Da ich die Sache mit den brennenden Häusern (Dörfer, nicht Städte...die haben andere Probleme) genau so gesehen habe wie Kibo es beschreibt, kann ich gar nicht genug betonen, wie wichtig es ist, dass man sich von dem Gedanken einer Flucht aufs Land befreit!
Ich glaube, dass diese Gedanken noch von einer Zeit kommen, in denen man Geschichten von hungernder Stadtbevölkerung und gut bzw. brauchbar versorgter Landbevölkerung erzählt hat.
Das war auch ganz sicher so - aber eher NACH dem Krieg!

In einem Krieg oder in einem heftigen Bürgerkrieg kann es durchaus zu sehr langen Belagerungen kommen (wie man gerade in Syrien sieht...in Sarajevo waren es fast 4 Jahre!), aber da hilft so oder so nur Zusammenhalt der Bevölkerung oder eine rechtzeitige Flucht gaaaaanz weit weg.
Nur - wir müssen in diesen Zeiten keine Hellseher sein, um zu sehen, dass Flüchtling im fremden Land zu sein, auch nicht gerade ein Karriereziel ist.

Bei "kleineren" Unruhen -und um die geht es in diesem Thread- ist die Stadt ganz klar ungefährlicher als eine überschaubare Ortschaft.
Eine kleiner Ort mit 1500 oder von mir aus auch 3000 Einwohnern ist schneller kurz und klein geschlagen, als man es sich vorstellen kann!
Dazu reicht eine Bande von 50 "motivierten", gut bewaffneten und mobilen Übeltätern, die sehr schnell durch den Ort ziehen und alles verwüsten, an dem sie vorbeikommen....das können durchaus auch mehrere solcher Orte innerhalb einer Nacht sein!

....und selbst in so einer Situation ist die Flucht in den Wald oft die falsche Entscheidung (siehe Paradebeispiel Srebrenica).

Für kleinere Unruhen und selbst für einen Bürgerkrieg kommt für mich keine Flucht aus der Stadt in Frage, sondern nur Vorsorgemaßnahmen zur kurzfristigen, heftigen, wenn möglich auch gemeinsamen Verteidigung des Straßenzuges (niemand steht auf viel Gegenwehr) aber noch viel mehr die Vorbereitung, die auch ganz ohne drohenden Bürgerkriegen und Aufständen am Programm stehen sollte - Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, Energie, Kommunikation, Mobilität (beliebig erweiterbar, Reihenfolge gerne auch anders).
Countdown zur SuperKarpata 2019 läuft!
Start ist am 24.5.2019, ich suche noch einen zweiten Fahrer (mit Fahrzeug) und Beifahrer...

71

Sonntag, 24. Januar 2016, 01:39

Unruhen in großen Städten betreffen meistens nur einige Stadtteile oder sogar nur das Zentrum und die unmittelbare Umgebung, vielleicht größere Straßenzüge. Ich wohne eher am Stadtrand, vermutlich würde ich das meiste gar nicht mitkriegen. Falls es aber in unmittelbarer Nähe passiert ist es aber trotzdem einfacher auf andere Bezirke auszuweichen und falls notwendig lässt sich eine Verteidigung viel leichter und besser organisieren.
vae victis

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